Rote Zelle wirbt in Neunkirchen für Motorsport

Rolf Nickolai und Almuth Bickart vom Motorradsportclub aus Neunkirchen richten die Ausstellungsstücke in der kleinn roten Telefonzelle.
Rolf Nickolai und Almuth Bickart vom Motorradsportclub aus Neunkirchen richten die Ausstellungsstücke in der kleinn roten Telefonzelle.
Foto: Sonja Riedel
Was wir bereits wissen
Wer auf der Hauptstraße durch Neunkirchen unterwegs ist, hat das kleine Häuschen schon einmal gesehen. Die rote Telefonzelle ist ein Blickfang.

Neunkirchen..  Sie gehört für viele Bürger zum Ortsbild dazu. Aus der Nähe ist schnell zu erkennen, dass in dem kleinen Raum aber nicht telefoniert werden kann.

Durch die Glasscheiben der Tür sind Pokale zu sehen, die von der Decke der Zelle herab hängen. Die Rückwand des Häuschens ist von innen mit einer gelb-weiß-blauen Fahne geschmückt. Denn das rote Häuschen wird seit kurzem als Ausstellungsraum genutzt. Auf der Fahne ist das Logo des ersten Ausstellers abgebildet: der Motorradsportclub (MSC) Freier Grund aus Neunkirchen.

Die Gemeinde hatte sich überlegt, dass Vereine, Geschäfte oder Schulen den kleinen Raum kostenlos für ein bis zwei Monate nutzen könnten. Almuth Bickart ist Mitglied im MSC und war sofort begeistert, als sie hörte, dass Paten für die Zelle gesucht werden. „Es war mir ein Anliegen, die Telefonzelle zu erhalten“, sagt sie.

Die Zelle gibt es schon lange in Neunkirchen. Vor mehr als 30 Jahren hatte die britische Partnerstadt Gainsborough Neunkirchen das rote Häuschen geschenkt. Lange stand die Telefonzelle an ihrem Platz im Ortszentrum, bis sie nach und nach an Glanz verlor. Deshalb hat der Bauhof in Neunkirchen sie letztes Jahr auf seinem Gelände gereinigt, grundiert und neu lackiert. Dann haben die Bauhof-Mitarbeiter sie wieder an ihren alten Platz in der Kölner Straße gebracht.

Nur anschauen, nicht anfassen

Jetzt hofft der MSC, mit der Ausstellung in der Telefonzelle noch etwas bekannter zu werden. Mit Erfolg: „Ich habe schon mehrere Leute gesehen, die interessiert vor der Zelle gestanden haben“, erzählt die 57-Jährige. Und der erste Vorsitzende, Rolf Nickolai, ergänzt: „Auch bei uns im Club freuen sich die Leute.“

Die Ausstellungsstücke können von Besuchern nur angesehen, aber nicht angefasst werden, denn die Zelle ist fest verschlossen. So können die wertvollen Pokale des MSC nicht gestohlen werden.

Den Motorradsportclub gibt es noch länger als die rote Telefonzelle – schon seit 1953. Etwa 300 Mitglieder hat der Club zurzeit, 30 davon sind aktive Fahrer. Nickolai wünscht sich, dass sich noch mehr Kinder und Jugendliche für den Sport interessieren. „Die zu motivieren, ist schwierig“, erklärt er. Deshalb hängen in der roten Telefonzelle mehrere Plakate, die für den Verkehrsübungsplatz des Clubs in Altenseelbach werben. „Dort bieten wir vieles für Kinder an“, sagt der 65-Jährige.

Bei Nacht beleuchtet

Neunkirchen ist nicht die einzige Kommune, die ein solches rotes Telefonhäuschen besitzt. In anderen Orten wird die Zelle zum Beispiel als Mini-Bücherei genutzt. Auch als Duschkabine soll sie schon umgebaut worden sein.

In Neunkirchen wird der MSC noch bis Ende April in dem kleinen Raum ausstellen. Die Bürger können sich die Pokale und Fahnen des Clubs sogar bei Nacht ansehen, denn das Innere der Zelle ist beleuchtet.

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