Kommentar

Risse notdürftig geflickt

Dass die politischen Gräben innerhalb der AfD zugeschüttet sind, ist kaum zu glauben. Dagegen spricht schon allein das Wahlergebnis der neuen Sprecherin. Wer mit 65 Prozent gewählt wird, erhält – in Politikersprache ausgedrückt – ein ehrliches Ergebnis. Der Bürger sagt mit Fug und Recht: Das war eine Watschn.


Wenn auf einem Kreisparteitag eine Aussprache unterdrückt wird, spricht auch das nicht für einen souveränen Umgang mit dem Konflikt. Wenn die Kreispartei tatsächlich geeint wäre, hätte man sich öffentlich die Hand reichen können.


Wenn sich Protest in einem Teil der Versammlung breit macht, weil die designierte Sprecherin bei ihrer Bewerbungsrede aus einer anderen Ecke des Raums auf ihren Umgang mit anderen politischen Meinungen angesprochen wird, ist auch das Indiz für weiter schwelende Konflikte.


Der strikt Konservativen haben jetzt die Macht übernommen. Mit Cornelia Diederichs wurde eine Sprecherin gewählt, die dem Zirkel „Freunde der AfD“ nahe steht. Man darf gespannt sein, wie sich die AfD jetzt darstellt. Sie ist sowohl im Kreistag als auch im Rat Siegen vertreten. In den ersten Monaten nach der Kommunalwahl war sie mehr eine sprachlose Alternative.

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