Richtigen Umgang mit Tieren lernen

Siegen..  Kinder und Tiere – ein hoch emotionales Thema. Insbesondere Hunde und Katzen leben seit vielen Jahrhunderten mit Menschen zusammen. Doch so mancher musste in jungen Jahren auch schon mal schlechte Erfahrungen machen. Der Tag der Kindersicherheit am Mittwoch, 10. Juni, steht unter dem Motto „Kinder und Tiere. Sicher geht das“. Dr. Stefan Beyerlein, Chefarzt der Kinderchirurgie der DRK-Kinderklinik, weist dazu auf einige Punkte hin.

10 000 Kinder vom Hund gebissen

Bisswunden oder tiefe Kratzer von Tieren gehören zu Verletzungen, mit denen Kinder in der chirurgischen Ambulanz auf dem Wellersberg regelmäßig vorgestellt werden und versorgt werden müssen. „Biss- oder Kratzwunden sind keine harmlosen Verletzungen, sondern sie sollten immer ärztlich versorgt werden“, sagt Beyerlein. „Da sich bis zu 30 Prozent der Bisswunden im Verlauf infizieren, sind bei der Wundversorgung eine sorgfältige Desinfektion und die Gabe von Antibiotika wichtig.“ Sonst könne es gerade bei Wunden im Gesicht zu gefährlichen Infektionen und unschönen Narben kommen. Ebenfalls müsse immer der Impfschutz des Patienten und des Tieres geprüft werden.

„Aus unserer Sicht ebenso wichtig ist, dass es dank sinnvoller Aufklärung erst gar nicht zu einer solchen Verletzung kommen zu lassen. Daher möchten wir den Tag der Kindersicherheit dieses Jahr nutzen, um einige Tipps im Umgang mit Hunden zu geben.“ Auch wenn Hunde sich den menschlichen Gewohnheiten gut angepasst haben, viele Kommandos und spezielle Gesten verstehen, bleiben sie Lebewesen, die nach tierischen Mustern handeln. Dazu gehören auch Schutz- und Verteidigungsverhalten oder ein Jagdtrieb.

So bewachen sie ihr Revier, ihre Familie oder einfach nur ihr Fressen, manchmal kämpfen sie aber auch und versuchen, ihre Position zu klären. In Deutschland werden rund 10 000 Kinder pro Jahr von einem Hund gebissen, darunter zum großen Teil Kleinkinder. Aufgrund der Größenverhältnisse von Kind und Hund treten diese Verletzungen gehäuft im Kopf und Halsbereich der Kinder auf. Außer dem Biss kann aber auch das Anspringen oder Umrennen, durchaus beim gemeinsamen Spiel, schon zu ernsthaften Verletzungen führen.

Mit Hilfe weniger Verhaltensregeln können Verletzungen häufig vermieden werden . Der Mediziner rät Eltern:
Lassen Sie (kleine) Kinder mit Hunden nie alleine. Erklären Sie Ihren Kindern, dass Hunde zwar gewisse Kommandos verstehen, aber dennoch sehr impulsiv und instinktiv reagieren. Hektische Bewegungen, Laufen, Springen und Schreien regen viele Hunde an, sei es auch nur zum intensiven Spiel. Auch gilt es, die „persönlichen“ Bereiche des Hundes zu respektieren.
Vor der Annäherung immer den Besitzer fragen.
Vorsichtig von vorne nähern und an der Hand schnuppern lassen.
Keine hektischen Bewegungen.
Sich nie von hinten nähern oder gar anfassen, ohne dass der Hund einen wahrgenommen hat.
Das Tier nie ärgern.
Nicht zerren oder anschreien.
Ungestümes Spielen und Toben lieber sein lassen.
Sich nicht anspringen lassen, sondern abdrehen und dies unterbinden.
Bei Knurren und Bellen sofort Abstand halten. Bei gesträubten Haaren im Nacken und Zähne zeigen jeglichen Kontakt vermeiden.
Aggressiven Hunden nicht in die Augen schauen.
Hund nie beim Fressen stören.
Ihm kein Spielzeug wegnehmen
Von Hündinnen mit Welpen Abstand halten.
Nicht in eine Rauferei von mehreren Hunden eingreifen.
Niemals vor dem Hund weglaufen, sondern stehen bleiben („wie ein Baum“) und den Hund nicht anschauen.