Revision im Prozess um tote Babys in Tiefkühlfächern

Die Anwälte der Frau aus Siegen (32) legen Revision gegen das Urteil im Babyleichen-Prozess ein.
Die Anwälte der Frau aus Siegen (32) legen Revision gegen das Urteil im Babyleichen-Prozess ein.
Foto: Jens Plaum
Was wir bereits wissen
Der Babyleichen-Prozess in Siegen könnte ein juristisches Nachspiel bekommen. Eine Woche nach dem Urteil gegen die angeklagte Mutter legten die Anwälte Revision ein.

Siegen.. „Nachdem unsere Mandantin am 5. Mai 2015 im so genannten ,Babyleichen-Prozess’ durch das Schwurgericht der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Siegen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt worden ist, hat die Verteidigung nach Rücksprache mit der Angeklagten gemeinsam beschlossen, Revision gegen das Urteil einzulegen, da aus Sicht der Verteidigung einige nicht unerhebliche Verfahrensfehler zu Lasten unserer Mandantin zu rügen sind“, heißt es in einem Blog der Kanzlei aus Dreis-Tiefenbach.

Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt. Die Revisionsfrist läuft am Dienstag, 12. Mai, ab. Ab Zustellung des schriftlichen Urteils erhält die Verteidigung einen Monat Zeit, die Revision schriftlich zu begründen. Danach muss der Bundesgerichtshof entscheiden, ob der Revision stattgegeben wird. Dies wird einige Monate dauern.

In Plastiktüten

Der Haftbefehl gegen die Frau hatte das Landgericht Siegen aufgehoben. „Unsere Mandantin befindet sich nunmehr in stationärer Therapie, um ihre Erkrankung erfolgreich behandeln zu lassen. Die Behandlung wird voraussichtlich einige Monate dauern“, heißt es in dem Blogeintrag.

Der Fund zweier toter Neugeborener in Siegen und Bonn hatte im Herbst 2014 für Entsetzen gesorgt. Sie hatte ihre beiden Söhne unmittelbar nach den Geburten in Plastiktüten gepackt und in Tiefkühlfächern verstaut. Die 32 Jahre alte Mutter wurde nach dem Fund der Leichen festgenommen und wegen Totschlags angeklagt.

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