Reiselust und Wulffi-Frust
29.12.2011 | 00:00 Uhr 2011-12-29T00:00:00+0100
Siegen.Den Monteschlacko hinaufrasen und zur Belohnung eine Katzenzunge mit Belag erhalten. So erinnert sich Christa Weigand an ihre Kindheit. Gemeinsam mit Kabarett-Partner Bernd-Michael Genähr spielte sie am Dienstagabend im Lyz. „Wer zuerst oben is“, lautete übrigens der Name des oben beschriebenen Kinderspiels – ebenso heißt das aktuelle Programm.
Wer oben ist, habe die meiste Angst davor, hinunterzufallen. „Weit in die Nichtigkeit hinter der Armutsgrenze“, sinniert Bernd Michael Genähr. Ein Schicksal, das vielleicht auch dem Bundespräsidenten Christian Wulff drohen könnte. Aber dem werde nichts passieren: „Das Reisefieber hatte ihn ja schon lange vorher gepackt“, spielt der Kabarettist auf die Urlaubsaufenthalte Wulffs bei Gastgebern aus der Wirtschaft an. Ein Lied für „Wulffi“ hat er ganz frisch dabei – so frisch, das er den Text noch ablesen muss. Musikalisch unterstützt wird er von Karl Parchow an den Trommeln und Dieter Biermann – er spielt im Laufe des rund zweistündigen Programms im Wechsel Bass und Gitarre.
Siegerländer Blick auf die Welt
Die Reiselust hat auch Christa Weigand gepackt: Alleine auf dem Mount Everest, das wäre doch was. Der Cumulus-Bus könne sie dann zum Mond bringen – und schon singt der „Rotkolibri“, wie Parchow sie nennt, von ihrem Wunsch, den Mann im Mond kennenzulernen und seine Mondphasenabschnittsgefährtin zu werden. Frank Sinatras „fly me to the moon“ ist da die Vorlage.
Das Programm des Kabarettduos ist abwechselungsreich: Vom neuen Dornseifer um die Ecke geht es mit dem Caravan zum Vatikan und mit dem Fahrrad auf die Bühne. Aber das hat Christa Weigand nur mitgebracht, weil das noch an ihrem „Atomkraft? Nein Danke“-Aufkleber hängt. „Erstprägung Bokensdorf aus den 70ern“, verrät sie. Als damals die Demos aufhörten, habe sie ihn ins Zwischenlager gepackt. Die Gäste sind begeistert vom Siegerländer Blick auf die Welt. Einige sehen Teile des Programms nicht zum ersten Mal, aber der Applaus verrät: Sie sehen es immer wieder gern.
0mitdiskutieren