Reflektoren gegen Wildunfälle

Andreas Schneider vom Hegering Netphen zeigt, wie’s gemacht wird. Die blauen Reflektoren halten viele Wildtiere vom Queren der Straßen ab, wenn sich Autos nähern.
Andreas Schneider vom Hegering Netphen zeigt, wie’s gemacht wird. Die blauen Reflektoren halten viele Wildtiere vom Queren der Straßen ab, wenn sich Autos nähern.
Foto: NN.media

Netphen..  Revierpächter in Netphen und der Hegering haben jetzt tausend blaue Wildwarner beschafft und an den Straßenleitpfosten angeschraubt. Sie sollen die Zahl der Wildunfälle deutlich senken.

In der Statistik der Jagdpächter finden sie sich in der Spalte „Fallwild“, im Polizeibericht unter „Wildunfälle“. Für Autofahrer und Wildtiere sind es kleine und große Dramen, die nicht nur Blechschäden und hohe Kosten verursachen, sondern auch verletzte und tote Autofahrer fordern und fast immer mit dem qualvollen Tod der Tiere enden. Jäger und Jagdgenossenschaften kennen die gefährlichen Stellen genau, an denen Sauen, Rehe und Hirsche die Straßen queren. Die Tiere unserer Wälder sind zwar perfekt an die natürlichen Anforderungen angepasst, aber Autos sind noch nicht in ihrem genetischen Gedächtnis abgelegt. Umgekehrt haben auch die Autofahrer plötzlich im Scheinwerferkegel auftauchende Tiere nicht in ihrem Reaktionsprogramm gespeichert.

Schutz für 30 Kilometer Straßen

Am besten ist es, wenn die tierischen Waldbewohner die gewohnten Wechsel erst dann benutzen, wenn die Autos schon vorbei sind. Einen offensichtlich guten Erfolg versprechen da die blauen Wildwarner, die immer häufiger entlang der Straßen zu sehen sind. In Netphen hat sich der Hegering für die blauen Reflektoren stark gemacht. Nach dem Beschluss der Hegeringsversammlung wurden tausend Wildwarner zu je vier Euro beschafft. Viele Revierpächter beteiligten sich an der Aktion. Die Jäger bestückten rund 30 Kilometer Kreis-, Landes- und Bundesstraßen in Netphen mit den Reflektoren. Hegering-Vorsitzender Werner Gräbener: „Wir hatten im Jagdjahr 2013/2014 durch Unfälle Verluste von 88 Rehen, 43 Wildschweinen und einem Stück Rotwild“. Diese Zahlen könnten durch die Wildwarner gesenkt werden.

Erfahrungen dazu kann Helmut Triesch liefern, Jagdaufseher im Revier Würgendorf. Die Unfälle häuften sich dort. 2010 gab es 26, in den Folgejahren 13 und 19 Unfälle. Revierpächter und Jagdgenossenschaft entschieden sich für die blauen Wildwarner. Das Resultat: 2013 gab es nur noch drei Wildunfälle, 2014 noch 6. Triesch: „Der Erfolg war deutlich spürbar.“ Auf ebenso gute Ergebnisse hoffen jetzt auch die an der Wildwarn-Aktion beteiligten Revierpächter in Netphen.