Radverkehr in Kreuztal läuft nicht überall rund

Licht und Schatten gibt es in Sachen Fahrrad in Kreuztal.
Licht und Schatten gibt es in Sachen Fahrrad in Kreuztal.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Fachleute haben die Stadt am Fuß des Kindelsbergs in Sachen Fahrradverträglichkeit unter die Lupe genommen.

Kreuztal..  Rund 20 Jahre nach Erkundungstour Nummer eins nahmen Mitglieder des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Kreuztal erneut in Sachen Radfahren unter die Lupe.

Das Fazit ist durchwachsen. Eine Auswahl.

- Stadtmitte. Auf der Straße vor dem Rathaus und der Sparkasse fällt dem Autofahrer ein roter Streifen auf der Fahrbahnmitte auf. Es handelt sich jedoch nicht wie in vielen anderen Städten um einen Radstreifen, sondern um eine freie Straßenraumgestaltung, betont VCD-Kreisverbandschef Achim Walder.

- Hauptkreuzung. Dort fehlen, so die Tester weiter, jegliche Hilfen für Radfahrer. Die Radwege enden vor dem Kreuzungsbereich. Suggestivstreifen fehlen, die Radfahrer zu den Richtungsfahrspuren führen. Zudem wurden bei der Erneuerung der Straßenmarkierungen vor wenigen Jahren keine Veloschleusen vor den Ampelhaltelinien der Autofahrer eingerichtet.

+ Hagener Straße Richtung Eichen. Der Radweg in Richtung Eichen wird unmittelbar vor der Werkeinfahrt zu ThyssenKrupp in die Alte Eichener Straße geleitet, und zwar als Nebenroute durch eine 30er-Zone. Allerdings: Ein Schild Nebenroute könnte für Klarheit sorgen und sollte noch aufgestellt werden, sagen die Fahrradfachleute.

+ Eichen. Unweit der Eichener Brauerei ist die Einmündung der Alten Eichener Straße auf die B 54 bei Fahrrad Hees aus Sicht der Tester ein Beispiel für gelungenes Fahrradverkehrsführung. Dort wurde der Bordstein etwa zwei Meter zurückgesetzt, um den Radweg anzulegen.

- Eichen. Gleich gegenüber allerdings kritisieren die Fahrradfahrer die fehlende Markierung auf der unübersichtlichen Einmündung. Zudem wird der Radweg in der Engstelle auf den Bürgersteig verlegt.

- Langenauer Brücke. Dort, so beschreibt Achim Walder, wurde beim Neubau kein Radweg eingeplant, deshalb müssen die Radfahrer auf den Gehweg wechseln.

+ Buschhütten. Der Radstreifen verläuft nicht nur durchgehend bis Geisweid. An der Einmündung Richtung Industriegebiet Backeswiese wurde er auch von Sohlbach aus eingerichtet.

Fahrradständer Marke Felgentod

+ Fellinghausen. Die Fußgängerbrücke, die die Bahnlinie und die HTS überquert, kann auch von Radfahrern benutzt werden. Zudem ist die Beschilderung an dieser Stelle eindeutig und klar, kurz gesagt: vorbildlich.

- Richtung Osthelden. Allerdings fehlen in Fellinghausen selbst die Radstreifen, „obwohl die Fahrbahnbreite dafür reichen würde“, wie Achim Walder betont.

- Junkernhees. Die Beschilderung unmittelbar am Abzweig Richtung Sohlbach/Buchen ist nach Ansicht der Fahrradfahrer unverständlich: „Über die Straße und auf dem anschließenden Gehweg muss das Rad geschoben werden.“ Wenige Meter weiter, vor dem Schloss, werde der Abzweig auf den neuen Radweg häufig übersehen.

- Ferndorf. Verschenkt: Einen Radweg gibt es nur in Richtung Kreuztal. Obwohl die Fahrbahn genügend Platz bieten würde, um auch einen Streifen in Richtung Hilchenbach anzulegen. Zudem müssen sie sich an der Einmündung Zitzenbachstraße in den Autoverkehr einfädeln.

- Kredenbach. In diesem Kreuztaler Stadtteil gibt es an der Hauptstraße überhaupt keinen Radfahrstreifen, so die Tester.

- Fahrradständer. „Fahrradständer Marke Felgentod“ finden sich auf dem Marktplatz, sagt Achim Walder. Auch die „Sonderformen“ vor der Volksbank finden nicht sein Gefallen.

+ Fahrradständer. Die Fahrradständer an den Bahnhöfen Kreuztal, Eichen und Ferndorf indes heimsen Lob ein.

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