Radfahrer verteilen miese Noten

Das Radwegenetz im Siegerland kommt im jüngsten Fahrradklima-Test des ADFC nicht gut weg.
Das Radwegenetz im Siegerland kommt im jüngsten Fahrradklima-Test des ADFC nicht gut weg.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Schlechte Noten bekommt das Siegerland im Fahrradklima-Test 2014 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. Im Ranking sind sogar vorletzte Plätze dabei.

Siegerland..  Mehr als 600 Radfahrer – und damit laut ADFC fast doppelt so viele wie im Jahr 2012 – beteiligten sich lokal an der Umfrage. „Bewertet wurde das Klima für das Fahrradfahren ganz unabhängig von der Geographie“, erklärt der ADFC Siegen-Wittgenstein in einer Mitteilung.

Aus vier Siegerländer Kommunen gingen genügend Fragebögen für eine Auswertung ein. Das lokale Ranking:

1. Netphen liegt vorne – allerdings nur, weil der alte Grundsatz gilt, dass der Einäugige König unter den Blinden ist. Mit der Note 3,88 „bewegt man sich schon in Richtung unteres Mittelfeld“, schreibt der Fahrradclub. In der Kategorie „Städte bis 50 000 Einwohner“ liegt Netphen auf Platz 187 von 292.

2. Kreuztal kommt auf die Note 4,21. Mit Platz 266 von 292 ist das bundesweit eine Position unter den schlechtesten zehn Prozent.

3. Siegen landet – verglichen zum Jahr 2012 – mit einer „nahezu unveränderten Gesamtnote von 4,5“ auf Platz 99 von 100 unter den Städten mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern. Immer noch besser als Lüdenscheid: Die sind mit 4,57 Schlusslicht.

4. Wilnsdorf schafft es ebenfalls nach ganz weit hinten: Eine 4,64 bringt bei den Orten bis 50 000 Einwohner Rang 288 von 292.


„Entnervt sind Radfahrer im Siegerland vor allem vom Mangel an zügigen und sicheren Radverkehrswegen sowie vom schlechten Winterdienst“, schreibt die ADFC-Kreisgruppe. „Lichtblicke gab es für Fahrradfahrer – mit Ausnahme von Wilnsdorf – bei der Fahrradmitnahme im öffentlichen Nahverkehr, die in der Region kostenlos möglich ist.“

In einem Freitextfeld konnten die Umfrageteilnehmer Anmerkungen machen. Demzufolge, so der ADFC, fühlen sich Radfahrer in Kreuztal besonders häufig unsicher. Besonders schlecht schneidet Wilnsdorf ab: Es werden fehlende und schlechte Radwege beklagt.

Nettes nur über Netphen

Für die Stadt Siegen machten 144 Teilnehmer zusätzliche Angaben. „Diese beklagen besonders häufig die fehlende Berücksichtigung bei den Umbaumaßnahmen in der Innenstadt, wie etwa fehlende Radfahrstreifen am Kölner Tor“, schreibt der Club. Einige Nennungen kritisieren die Situation in Siegen für radfahrende Senioren und Kinder.

„Alleine für Netphen finden sich auch einige positive Meldungen, die städtische Aktivitäten für Fahrradfahrer in den letzten Jahren honorieren.“ Aber auch hier überwiegen letztlich die kritischen Stimmen, die zu wenige brauchbare Fahrradstrecken beklagen.

Für alle Kommunen im Siegerland monierten die Befragten fehlende Fahrradstreifen und -wege. Viele wünschten sich auf den Fragebögen gute Radwegeverbindungen zwischen den Städten. Und: „Kritisiert wird im Siegerland mangelnde Rücksichtnahme von Autofahrern, sodass sich viele Fahrradfahrer auf den Straßen gefährdet sehen“, heißt es weiter. Viele Zugezogene klagen zudem über eine schlechtere Radinfrastruktur im Vergleich zu vorigen Wohnorten.

Hilchenbach folgt noch

Hilchenbach taucht im Ranking nicht auf, weil die erforderliche Teilnehmerzahl nicht ganz erreicht wurde. Die Ergebnisse, das kündigt der ADFC an, werden zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung gestellt. Einen kleinen Ausblick gibt es aber schon: Die Befragten kritisierten „insbesondere die Situation entlang der B508 “ sowie den schlechten Zustand „häufig nicht asphaltierter Radwege“.

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