Rabennest platzt aus den Nähten
16.02.2010 | 21:00 Uhr 2010-02-16T21:00:00+0100
Netphen-Deuz. Innerhalb des ersten Halbjahrs 2010 will die evangelische Kirchengemeinde Deuz wissen, ob sie ihren Kindergarten hinter dem Gemeindehaus neu bauen kann oder ob das „Rabennest” am Freibad erweitert werden muss
Denn 2013 müssen die gesetzlich garantierten zusätzlichen Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren da sein. „Das muss jetzt entschieden werden”, sagt Christoph Flache, Vorsitzender des Presbyteriums.
1964 wurde der Kindergarten am Hang über dem Freibad gebaut. In Spitzenzeiten tummelten sich dort, auf die drei Gruppenräume verteilt, bis zu 90 Kinder. Heute ist die Einrichtung mit 72 Kindern mehr als voll belegt – die Tageseinrichtung ist Familienzentrum, betreut Kinder von 7 bis 16.30 Uhr und hat längst auch einen Bildungsauftrag zu erfüllen.
Standort in der Nähe
der Schulen denkbar
Mehr als 20 Kinder bleiben auch über Mittag, nur vier sind im Moment erst zwei Jahre alt. Die Nachfrage war größer, auch für Kinder unter zwei Jahren; jedoch mussten zunächst die Plätze an die älteren Kinder vergeben werden, die einen Rechtsanspruch auf Betreuung haben. Der Begriff „Kindergarten” ist – zumindest im Sprachgebrauch der Verwaltungen – Geschichte. „Es ist nicht mehr so, dass man Kinder einfach zur Betreuung abgibt”, sagt Leiterin Angelika Schrick.
Mit zweiten Ebenen und kleinen Spielhäusern sind in den Gruppenräumen Rückzugsmöglichkeiten entstanden; der Platz für die Kinder ist damit natürlich nicht größer geworden. Es fehlen die Nebenräume, ein Personalraum, ein Schlafraum für die Kinder – der zusätzliche Flächenbedarf summiert sich auf 250 Quadratmeter, die über die bisher 300 Quadratmeter hinaus gebraucht werden. Als Reserven zur Verfügung stehen noch zwei 68 und 45 Quadratmeter große Wohnungen zur Verfügung, von denen eine bereits schon für die Über-Mittag-Betreuung und für die Tagespflege in Anspruch genommen wird.
380 000 Euro kosten Umbau und Erweiterung, mit 748 000 Euro ist der Neubau veranschlagt. 320 000 Euro werden an Landesmitteln für die 16 neu entstehenden Plätze für Kinder unter drei Jahren erwartet. Ein darüber hinausgehender Zuschuss des Landschaftsverbandes für den Neubau sei grundsätzlich nicht ausgeschlossen. „Das muss aber zwischenfinanziert werden”, sagt Christoph Flache, der den Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft der Schulen bevorzugt. Der Bedarf, so Flache, sei auch langfristig da: Die Nachfrage in Deuz und Grissenbach besteht für 50 bis 55 Plätze für Kinder von drei bis sechs und weitere 16 für Kinder unter drei Jahren.
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