Quartett gibt seine Visitenkarte ab

Walter Kiß, Paul Wagener, Tobias Middelhoff, Hans-Peter Hasenstab
Walter Kiß, Paul Wagener, Tobias Middelhoff, Hans-Peter Hasenstab
Foto: WP

Netphen/Kreuztal/Hilchenbach..  Das „4 plus Quartett mit Weitblick“ hat seine Bewerbung als Leader-Region im Düsseldorfer Umweltministerium abgegeben. Der Zusammenschluss von Netphen, Kreuztal, Hilchenbach, Kirchhundem und Siegen konkurriert mit etwa 40 anderen Regionen, von denen zwischen 20 und 30 Mitte des Jahres den Zuschlag und damit den Zugang zu EU-Fördermitteln für die Entwicklung des ländlichen Raums bekommen werden. Unter den Mitbewerbern sind auch die drei Kommunen der „Region Wittgenstein“ sowie Burbach, Neunkirchen und Wilnsdorf als „Region Dreiländereck“.

Das ist die Visitenkarte, mit der die „Region mit Weitblick“ sich in Düsseldorf empfiehlt:

Fakten

470 Quadratkilomete r groß ist das Gebiet der vier Kommunen und der ausgewählten nördlichen Siegener Stadtteile.
Gut ein Drittel der 90 000 Einwohner lebt in Kreuztal, die auch die am dichtesten besiedelte Kommune ist: 438 Einwohner pro Quadratkilometer. Kirchhundem hat nur 81.
Kreuztal ist die einzige Stadt im 4+Quartett, in die mehr Menschen zuziehen als abwandern.
Außer in Siegen verdienen die Menschen besser als im NRW-Schnitt (mit 20 409 Euro jährlich): 29 883 in Kreuztal, 23 910 in Kirchhundem, 21 567 in Hilchenbach und 20 698 in Netphen.
Das Quartett besteht vor allem aus Wald: Kirchhundem zu 74,9, Hilchenbach zu 73,5, Netphen zu 70,7, Kreuztal zu 59,8 Prozent.
Für Junge haben Kreuztal 33, Netphen 25, Hilchenbach und Kirchhundem je zwölf Kitas und Schulen. Alte n bieten Kreuztal sechs, Hilchenbach, Kirchhundem und Netphen je zwei Pflegeeinrichtungen.

Schwächen

Analysiert wurden in den letzten Monaten Stärken und Chancen, Risiken und Schwächen. Hier einige Schwächen:
Das Siegerland ist weniger präsent als das Sauerland, das touristische Potenzial „weitgehend noch nicht ausgeschöpft“.
Der Wirtschaftsbereich Handel, Gastgewerbe, Dienstleistungen ist schwach ausgeprägt. Dem produzierenden Gewerbe gehen die Facharbeiter aus.
Die regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte ist nicht organisiert.
Auf den Dörfern gibt es kaum noch Versorgungsangebote.
Es fehlen alternative Wohnformen, die es erlauben, auf dem Dorf möglichst lange selbstbestimmt alt zu werden.
Der öffentliche Nahverkehr ist teilweise nicht bedarfsgerecht.
Die Breitbandversorgung ist teilweise nicht leistungsstark genug.

Projekte

Neun Leitprojekte, die mit Leader-Mitteln gefördert werden sollen, wurden ausgearbeitet. Eine Auswahl:
WLAN-Hotspots an ein bis zwei öffentlichen Plätzen je Kommunen. Kosten je Standort bis zu 1000 Euro einmalig und bis zu 100 Euro monatlich. Werbefinanzierung möglich.
Radfahrregion: Lücken im Netz sollen durch die Beschilderung von Wirtschaftswegen und die Mitnutzung von Wanderwegen geschlossen werden.
Willkommenskultur: Jede Kommune benennt einen „Kümmerer“ in Sachen Integration, der ein ehrenamtliches Netzwerk aufbaut, Paten und Mentoren vermittelt, Vereine und Einrichtungen „interkulturell“ qualifiziert.
Reich an Wasserwissen: Unter diesem Titel sind Projekte wie ein Erlebniszugang zur Breitenbachtalsperre und die Wasser-Orte im Werthetal zusammengefasst.
Kulturgut Hauberg: Unter diesem Titel laufen Pläne für ein Haubergszentrum in Fellinghausen, ein Haubergs-Feriencamp sowie einen „Naturverbund Hauberg & Gewerbe Allenbach — Insbachtal – Stift Keppel“.
Sinnstiftende Orte: „Regionale Kleinode“ sollen gesichert werden. Leader-Mittel sind nur für Planung und Gutachten vorgesehen. Konkret genannt werden unter anderem die Ginsburg, die Wasserburg Hainchen, Schloss Junkernhees und der Kulturelle Marktplatz Dahlbruch.