Pumpgun-Schüsse – Rechtshilfe aus Paraguay?

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Was wir bereits wissen
Im Fall des Deutschen, der vor einer Woche bei der Polizei in Siegen ausgesagt hatte, in Paraguay beschossen worden zu sein, ermittelt weiter die Staatsanwaltschaft Siegen.

Siegen..  „In solchen Fällen ist es ungleich schwerer einen Tatnachweis zu führen“, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Münker. Der Mann hatte ausgesagt, sein ebenfalls deutscher Nachbar habe ihn nach einem Streit mit einer Pumpgun beschossen. Da er sich auch in Deutschland bedroht fühle, hatte er sich an die Polizei gewandt. Da ein deutscher Staatsbürger mutmaßliches Opfer einer Straftat wurde, kann die Behörde auch von Deutschland aus ermitteln. Die Staatsanwaltschaft Siegen hat Hinweise, dass die Aussagen des Mannes zutreffend sind. Seine Angaben wurden durch Kopien der Strafverfolgungsbehörden in Paraguay und durch seine Anwältin dort bestätigt.

Ladung von Zeugen problematisch

Die Gefährdungslage wird als ernst eingeschätzt. Zu Hintergründen wollten sich am Montag weder Polizei noch Staatsanwaltschaft äußern, da das eine Identifizierung des Zeugen und des Beschuldigten erleichtert würde. Unklar ist, ob der mutmaßliche Täter ebenfalls nach Deutschland gereist ist. Es bestehe die Möglichkeit, Unterlagen aus Paraguay anzufordern, so Münker. Im Schengenraum seien Rechtshilfegesuche zwar leichter durchzusetzen. „Über den großen Rechtshilfeverkehr ist es aber auch möglich, Beweismittel anzufordern, die in Deutschland gerichtsverwertbar sind.“ Ein weiteres Problem sei die Ladung von Zeugen. „Ich kann aus Paraguay niemanden zwingen, in Siegen vor Gericht zu erscheinen“, so Münker. Daher sei die Behörde auf Freiwilligkeit angewiesen.

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