Proteste gegen Atomkraft gehen weiter
12.02.2012 | 14:31 Uhr 2012-02-12T14:31:00+0100
Siegen.Dr. Peter Neuhaus sieht aus wie ein Eisbär. Passend zum Wetter also. Das sei aber kein Winterfell, sondern ein Strahlenschutzanzug, versichert der Hilchenbacher zur Funktion des schneeweißen Überzugs.
Wie in vielen anderen deutschen Städten wurde am Wochenende auch in Siegen Solidarität mit den Atomenergie-Protestlern in Japan demonstriert. Der Grünen-Kreisverband hatte zum ersten Fukushima-Gedenktag zur Mahnwache in der Bahnhofstraße eingeladen.
Ein knappes Dutzend Leute sind gekommen. „Leider nur ein kleines Häufchen, aber immerhin“, sagt Sprecherin Christiana Luke.
„Strahlkraft in andere Länder“
Wahrscheinlich sei es vielen einfach zu kalt. Dafür ist sie über die Reaktionen der Passanten erfreut. Viele hätten sich schon empört über die Meldungen aus den USA geäußert, dass dort neue Kraftwerke genehmigt worden seien. „Deutschland hat ja jetzt auch Bürgschaften für Anlagen in Südamerika übernommen. Wir hatten ja eigentlich gedacht, dass der Ausstiegsbeschluss Strahlkraft auch in andere Länder hat“, bedauert Luke. So lange das noch nicht so ist, wird weiter demonstriert. In Japan soll der eigentliche Tag der Katastrophe, der 11. März, dem Gedenken der Tsunami-Opfer gelten. In Deutschland planen die Grünen sechs Anti-Atom-Kundgebungen. Eine davon wird der Stilllegung der Uran-Anreicherung in Gronau gelten.
Am Ostermontag geht es dann nach Jülich, um gegen weitere Castor-Transporte vom dortigen Forschungszentrum ins Zwischenlager Ahaus zu protestieren. Neben dem Gedenken wurde am Samstag für diese Demos geworben. Eins steht fest: Es wird an diesen Tagen wärmer sein.
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