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Prostatakrebs besser erkennen

30.08.2011 | 18:02 Uhr
Prostatakrebs besser erkennen
Ein neues Verfahren zur Erkennung und Lokalisierung von Prostatakrebs: Stilling-Chefarzt Dr. Peter Weib erklärt Thomas Wegner, Herbert Bethge (Lions Club Siegen) und Dr. Dr. Helmut Ludwig (Lions Club Siegen-Rubens) wie das Histoscanning funktioniert.

Siegen. Ein neues Verfahren ermöglicht den Urologen des Jung-Stilling-Krankenhauses, Prostatakrebs eindeutiger zu erkennen und zu lokalisieren.

Mit dem so genannten Histoscanning lassen sich Gewebsveränderungen digital auswerten und Tumoren identifizieren. „Selbst Tumoren in der Größe eines Apfelkerns sind in 95 Prozent der Fälle zu bestimmen“, sagt Chefarzt Dr. Peter Weib. Nicht nur die Position, sondern auch das Volumen des kranken Gewebes lassen sich mit dem neuen System besser messen.

Vorteile für Therapie
und Nachsorge

„So werden Operationen sicherer und nervenschonender“, erklärt Weib. Potenz und Funktion ließen sich in vielen Fällen erhalten. Überdies bliebe manchem Betroffenen eine zusätzliche Gewebeentnahme an der Prostata erspart. „Solche Biopsien sind unangenehm und haben nur eine Trefferquote von 30 bis 40 Prozent.“

Der Siegener Chef-Urologe ist von den ersten Untersuchungsergebnissen des Histoscannings beeindruckt: „Wir gewinnen Ergebnisse in bemerkenswerter Qualität.“ Zwischen Leverkusen und Frankfurt nutzt nach eigenen Angaben bisher nur das Jung-Stilling-Krankenhaus die 100 000 Euro teure Technik. Diese berge auch Vorteile für die weiterführende Therapie und Nachsorge. Patienten könnten mit geringerem Aufwand überwacht und die mögliche Strahlentherapie präzise geplant werden.

Das Verfahren ist dabei relativ leicht zu erklären: Der Urologe untersucht seinen Patienten mit einer Ultraschallsonde, also vollkommen schmerzfrei. Die Rohdaten des Ultraschalls werden dann in einem System mit bekannten Mustern von Tumoren verglichen. Sind bestimmte Bereiche des Prostatagewebes auffällig, werden sie am Bildschirm farbig markiert und ihre Position ist genau zu bestimmen. „Nach 15 Minuten ist die Untersuchung abgeschlossen“, konstatiert Weib. Die Endergebnisse stünden im Regelfall noch am gleichen Tag zur Verfügung.

Möglich wurde die neue Ausstattung auch durch Engagement von außen. „Vor allem die Unterstützung des Krankenhaus-Fördervereins und der beiden Lions Clubs Siegen und Siegen-Rubens hat uns ermöglicht, das Histoscanning anzuschaffen“, betont Krankenhaus-Geschäftsführer Hubert Becher. Dass die fünfstellige Spendensumme eine gute Investition in die Männergesundheit sind, darin sind sich Förderer, Chefarzt und Geschäftsführer einig. Die Heilungschance von Prostatakrebs im Anfangsstadium liegt immerhin bei mehr als 90 Prozent.

DerWesten

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