Problemzone in der Stadtmitte Kreuztal

Kreuztal diskutiert über die Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit.
Kreuztal diskutiert über die Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In Kreuztal soll die Offene Kinder- und Jugendarbeit neu aufgestellt werden. Mehr Ehrenamt als Ansatz für künftige Strukturen

Kreuztal..  Die Neuausrichtung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit wird die politischen Gremien der Stadt Kreuztal in diesem Sommer intensiv beschäftigen. Wie berichtet, sollen künftig verstärkt auch das Ferndorf- und das Heestal in die offene Arbeit einbezogen werden. Dort gibt es derzeit – anders als im Stadtzentrum, im Norden und im Süden – kein städtisches Angebot.

Zunehmende Armut in Kreuztal

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Armut in Kreuztal, vor allem von Kindern und Jugendlichen, die unter schwierigen Lebensverhältnissen aufwachsen, sollen neue Strukturen entstehen: Stichwort „aufsuchende“ Jugendarbeit, mehr Ehrenamt. Gerade in der Stadtmitte sehen Stadt und Kreis besondere Herausforderungen, weil sich einerseits die sozialen Problemlagen dort häufen, andererseits dem der Zuzug gut verdienender Zielgruppen gegenübersteht, die das neue Wohnraumangebot annehmen.

Am 22. Mai werden Mitglieder des Sozialausschusses die städtischen Jugendtreffs in Littfeld, Eichen, Kreuztal und Buschhütten besichtigen. Eine Arbeitsgruppe wird installiert, um den Prozess zu begleiten.

„Schwere Kost“, fand Ausschussvorsitzender Günter Jochum (Grüne) angesichts der umfangreichen Erläuterung des vom Kreis mit der Stadt entwickelten Konzepts, das in zahlreichen Workshops und Konferenzen erarbeitet wurde. Auch Axel Römer (SPD) sah viel „Zündstoff“ in dem Papier – vor allem in Bezug auf die Schließung des Jugendtreffs Eichen: „Das hat uns getroffen, das ist sehr hart“, berichtete er aus dem SPD-eigenen Arbeitskreis Soziales. Über den Sommer werde ein Meinungsbild erstellt.

Die Frage nach Alternativen in der Jugendarbeit stellte Benjamin Fuhr (CDU), zumal es in Ferndorf ja auch eine CVJM-Jugendgruppe gebe. Uwe Montanus zeigte den Unterschied zwischen offener und Verbandsjugendarbeit auf, die keinerlei Überschneidungen hätten: „Das sind verschiedene Welten.“ Heike zur Nieden (SPD) glaubte zu wissen, dass der CVJM Ferndorf ohnehin vor der Auflösung stehe und auch eine Jugendgruppe in Kredenbach „nicht offen“ für alle Jugendlichen sei.

Entscheidung im August

Entscheidung im August: Dann soll klar sein, wie die Neuausrichtung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit aussehen wird. Dann wird vermutlich bereits der Eichener Jugendtreff „CatchUp“ geschlossen sein. 2016 soll die Jugendbegegnungsstätte Roonstraße eine schöpferische Pause einlegen, „um sich neu zu erfinden“, so Uwe Montanus, Jugendamt.