Positives Resümee vor 300 Funktionären
26.01.2011 | 17:57 Uhr 2011-01-26T17:57:00+0100
Siegerland. Zur Betriebsräte- und Vertrauensleutekonferenz begrüßte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Siegen, Hartwig Durt, rund 300 Funktionäre im Gläsersaal. Die Referenten waren Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Bosch von der Universität Duisburg-Essen und der DGB-Regionsvorsitzende Südwestfalen, Willi Brase.
Durt blickte zunächst auf ein erfolgreiches Jahr 2010 zurück. Die Verwaltungsstelle ist nun zur drittgrößten in NRW aufgestiegen: Denn trotz Krise konnte der Mitgliederstand bei 25 200 stabilisiert werden – die Zahl der betriebsangehörigen Mitglieder stieg sogar, insgesamt zwölf Prozent sind Jugendliche. Auch über das „Tarifjahr 2010“ zog Durt ein positives Resümee. Sowohl in der Metall- und Elektroindustrie als auch im Bereich Eisen und Stahl sind die Entgelttarifverträge nun angemessen.
In 190 Betrieben neue Räte gewählt
Für die IG Metall Siegen war 2010 darüber hinaus ein „Superwahljahr“. In rund 190 Betrieben im Kreisgebiet wurden die Betriebsräte neu gewählt. „Dass 90 Prozent aller Arbeitnehmer in Branchen, für die wir zuständig sind, über einen Betriebsrat verfügen, ist ein Alleinstellungsmerkmal unserer Region“, kommentiert Durt die Ergebnisse. Insgesamt konnte die IG Metall, Verwaltungsstelle Siegen, im Bereich des Arbeits- und Sozialrechtes 2010 rund 3,6 Millionen Euro für ihre Mitglieder erstreiten.
Die Themen „Prekäre Beschäftigung“ und Leiharbeit sowie Situation der jungen Generation waren 2010 Schwerpunktthemen – und werden es 2011 auch wieder sein. Wie wichtig das Thema „Prekäre Beschäftigung“ ist, machte Prof. Dr. Gerhard Bosch in seinem Referat deutlich. Mehr als 60 Prozent aller prekär Beschäftigten verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung.
Sieben Millionen im Niedriglohnsektor
Dass nun über sieben Millionen Menschen im Niedriglohnbereich beschäftigt sind, thematisierte auch Willi Brase. „Seit 2003 sind 50 Milliarden Euro an Aufstockerleistungen für Geringverdiener aufgewendet worden.“ Hier würden – so Bosch und Brase übereinstimmend – schlechte Unternehmen, die keine marktfähigen Löhne zahlen, staatlich subventioniert.
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