Position zum umstrittenen Gewerbegebiet

Freudenberg..  Nachdem Mitte März aus der Staatskanzlei grünes Licht für das geplante Gewerbegebiet Wilhelmshöhe-Nord gegeben wurde, liegt der Ball wieder bei der Freudenberger Politik. Die Frage sei, ob „überhaupt ein Industriegebiet Wilhelmshöhe-Nord realisiert werden soll“, so Ortsvorsteher Friedhelm Höfer. Deshalb habe die Bühler Initiative, die sich gegen das Projekt ausspricht, die Bürgermeisterkandidaten um Stellungnahme gebeten.

Enteignungen werden abgelehnt

Nicole Reschke (SPD) ist überzeugt, „dass wir in Freudenberg Gewerbeflächen zur Erweiterung und Neuansiedlung von Unternehmen in Autobahnnähe vorhalten müssen“. Das Ausmaß des Eingriffes in die Natur gelte es indes verträglich zu halten. „In den kommenden Monaten sollten wir nun sachlich und mit der gebotenen Ruhe über das weitere Vorberaten.“ Mit Anwohnern solle über Höhenlage, Abschirmung und die Klärung der Eigentumsverhältnisse geredet werden, so Reschke. Eine „städtebauliche Entwicklungsmaßnahme“ strebe sie nicht an. Es müssten gemeinsame Lösungen aufgezeigt werden. „Hinter dem juristischen Begriff „städtebauliche Entwicklungsmaßnahme“ verbirgt sich die in der letzten Wahlperiode vom Stadtrat ins Spiel gebrachte Überlegung zu einer Enteignung der Waldgenossenschaften, um das Industriegebiet auch gegen deren Willen umsetzen zu können“, erläutert Thomas Löw von der Bürgerinitiative.

Diese Frage greift auch CDU-Bewerberin Heide Batz, auf: „Eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme, wie sie bereits andiskutiert worden ist, sehe ich hier nicht.“ Es sei eine Lösung zu suchen, die von allen Seiten mitgetragen werde und Alternativen berücksichtige.

Als Projekt-Gegner positioniert sich Rainer Beel: „Ich lehne das Vorhaben ab, da ich es für fehlplatziert und ökonomischen Unfug halte.“