Plan für Zeit nach dem Abriss
14.01.2009 | 18:44 Uhr 2009-01-14T18:44:00+0100
Geisweid. Das Aus für das Krupp-Hochhaus in Geisweid ist seit Mitte des vergangenen Jahres besiegelt.
Damals hatte der nordrhein-westfälische Bauminister Oliver Wittke nach langem politischen Tauziehen per Ministerentscheid den Denkmalschutz für das Gebäude aufgehoben und den Weg für einen Abriss frei gemacht. Thyssen-Krupp hatte jahrelang vergeblich versucht einen Nachnutzer für das Gebäude zu finden. Hohe Instandsetzungskosten und ein immenser Investitionsbedarf in den Brandschutz hatten Investoren abgeschreckt. Wann und wie das älteste Hochhaus Südwestfalens, der ehemalige südwestfälische Verwaltungssitz von Thyssen-Krupp, fällt, steht immer noch nicht fest.
Die Ausschreibung für den Abriss ist noch nicht abgeschlossen. „Unsere Fachleute nehmen sich die Zeit, die sie brauchen”, sagt Alexander Wilke, Leiter der Pressestelle von Thyssen-Krupp, Eigentümerin des Hauses. Angekündigt war ursprünglich, dass eine Entscheidung bis Herbst 2008 fallen sollte. Ein Knackpunkt könnte die Art des Abrisses sein. Eine Sprengung ist durch die unmittelbare Nähe zur HTS problematisch. Das Haus Stockwerk für Stockwerk abzutragen, wäre für das Unternehmen sehr teuer.
Dagegen zeichnet sich ab, was auf dem Gelände in Geisweid nach dem Abriss passieren soll. Das Areal, das ebenfalls Eigentum der Thyssen-Krupp Real Estate ist, wird in die Planung für das städtebauliche Rahmenkonzept für Geisweid eingebunden. Laut Pressestelle der Stadt Siegen wurde von dem Essener Unternehmen ein Architekt beauftragt einen Entwurf für die künftige Nutzung zu erstellen. Dieser sieht eine Mischnutzung aus Gewerbe, Wohnbebauung und Dienstleistungen vor. Thyssen-Krupp stehe in Verhandlungen mit privaten Investoren. „Das ist aber nur ein Zwischenergebnis”, betont Stadtsprecherin Astrid Schneider. Ein Konzept etwa für den Lärmschutz oder die verkehrliche Erschließung gebe es noch nicht.
An einem Grunderwerb habe die Stadt Siegen kein Interesse. Vielmehr werde an ein Kooperationsmodell zwischen der Stadt und Thyssen-Krupp, ein so genanntes Public Private Partnership (PPP), gedacht. Dabei hofft die Stadt auf Gelder aus dem Förderprogramm „Stadtumbau West” des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, das Kommunen unterstützt, die negativ von der demographischen Entwicklung und dem wirtschaftlichen Strukturwandel betroffen sind.
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