Piratenschiff und Irrenhaus

Freudenberg..  Bislang wurde überwiegend an den Wochenenden gearbeitet. Ab jetzt soll es auch dazwischen immer lebendiger rund um die Freudenberger Freilichtbühne zugehen. Die Vorbereitungen gehen in die heiße Phase, damit die Premieren am 30. Mai und 6. Juni problemlos die 61. Spielzeit eröffnen können.

Mit zwei zugkräftigen Titeln und der Fortführung des Erfolgskonzepts der Vorjahre sollen die Zuschauerzahlen von rund 32 000 auch in diesem Sommer wieder erreicht werden. Dabei setzen die Freudenberger diesmal auf zwei Premieren, den Lustspiel-Klassiker „Pension Schöller“ für die Erwachsenen und Robert Louis Stevensons „Schatzinsel“ für die jüngeren Zuschauer. Wobei gerade diese Stücke in Freudenberg auch immer gern von den „größeren Kindern“ geschaut werden.

Neue Inszenierung

Die turbulente Verwechslungsgeschichte um das vermeintliche Irrenhaus „Pension Schöller“ war in den vergangenen Jahren nicht unbedingt selten in der Region zu sehen, sowohl von Tourneetheatern gern gespielt als auch von heimischen Laienensembles. Trotzdem versprechen Spielleiterin Christina Schaab und Regisseurin Britt Lowenstrom für ihre Inszenierung viel Neues, haben sich neben dem Originalstück von 1890 auch den Film aus den 60er Jahren als Ausgangspunkt und zeitliches Vorbild genommen, um daraus eine ähnlich attraktive Mischung zu stricken, wie sie auch schon mit dem „Weißen Rössl“ und der „Tankstelle“ gelungen ist.

Die engagierte Regisseurin hatte „wieder deutlich mehr Mitwirkende als Rollen“ und musste das Stück entsprechend anpassen. Jetzt seien es 26 Sprechrollen, doppelt und zum Teil dreifach besetzt, „damit auch jeder sprechen kann, der etwas zu sagen hat“, lacht sie. Adaptieren musste sie freilich sowieso, da das Stück eigentlich als „Kammerstück“ für normale Theaterbühnen geschrieben ist und in Freudenberg das erste Mal überhaupt auf einer großen Freilichtbühne gezeigt wird. Ausgangspunkt wird übrigens der Hof Klapproth in Freudenberg sein, ein klassisches Fachwerkhaus, die Pension steht in Wien.

Als „Running Gag“ wird das Ehepaar wieder dabei sein, das schon in den beiden Vorjahren auftauchte. Und weil die Gesangseinlagen der Jahre 2013 und 2014 so gut angekommen sind, wird auch in diesem Jahr wieder kräftig gesungen. „Die Musik aus den 60ern ist einfach schön“, kündigt Lowenstrom Songs wie „Lady Sunshine“ oder Conny Francis’ „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ an. Dazu kämen einige der gerade bei den älteren Zuschauern beliebten Titel aus den 30er Jahren, etwa „Einmal schafft’s jeder“, allerdings auch im Stil der „Sixties“ arrangiert. Dazu gehe die Gesangsausbildung stetig weiter. Premiere ist am 6. Juni.

Spannende Stunteinlagen

Die „großen und kleinen Kinder“ können sich am 30. Mai auf die erste Vorstellung der „Schatzinsel“ freuen, die legendäre Geschichte der Suche nach dem Schatz von Captain Flint, für das die Freudenberger das Segelschiff „Hispaniola“ auf die mittlere Drehbühne setzen, zwölf Meter lang und neun Meter hoch.

Fahren könne es leider nicht, sagt Bühnenbauer Thomas Assing, aber mit Lichteffekten werde zumindest eine gewisse Beweglichkeit simuliert. Zu sehen gibt es ansonsten einen großen Kampf auf der Schatzinsel, mit Koordination durch den in Freudenberg lebenden Stuntman Michael Luckau und natürlich den legendären Piratenkoch Long John Silver, samt Holzbein. Dafür aber ohne Papagei. Ein lebender Vogel für die gesamte Saison sei problematisch, sagt Volker Gieseler, der sich die Spielleitung mit Andrea Geldsetzer teilt, eine Puppe habe er dem Piraten ungern auf die Schulter setzen wollen. Dafür kündigt er aber einen „Papageientanz“ der kleinsten Darsteller an. Auch hier soll es Musik geben, neben dem bekannten Song über die Kiste des toten Mannes und die Buddel voll Rum auch noch andere Piratenlieder „zum Mitsingen“.

Ganz wichtig: „Einige Plätze für unsere Sondervorstellungen sind noch frei“, unterstreicht Volker Gieseler. Die interessierten Kindergärten und Schulen sollten sich aber zeitnah melden.