Philharmonie Südwestfalen mit Gastmusikern
15.11.2009 | 15:55 Uhr 2009-11-15T15:55:00+0100
Jan Söderblom als Gastdirigent und die Philharmonie Südwestfalen empfingen ihr Publikum im Apollo mit einem Programm, das durch die Namen Friedrich Liszt und György Ligeti zunächst den Blick nach Ungarn zurückwendete, in die Herkunftsländern dieser beiden Komponisten.
Ligeti (1923-2006), nach dem niedergeschlagenen Aufstand 1956 in den Westen geflohen, schloss sich zunächst Tendenzen an, die im Kölner Studio für elektronische Musik des WDR 3 vorherrschten. Sein mikropolyphon aufgefasertes Klangstück „Atmosphères”, schaffte ihm 1961 in der westlichen Musikwelt breite Anerkennung.
„Melodien” nicht nur für Techniker
Nach und nach gewann er die klassischen Parameter zurück: Rhythmik, Melodik und Harmonik - auch in einem Stück wie „Melodien”, das von etwa zwei Dritteln des Siegener Publikums mit Interesse aufgenommen wurde.
Freilich war es schwer, die großen Strukturen zu erkennen, und noch wesentlich diffiziler, das Kleinnotierte herauszuhören, das die Musiker - gemessen am idealen Anspruch - vor höchst schwierige Aufgaben stellte.
Wer sich einfach von Stimmungen einfangen ließ oder wer in den konturschwachen, aber stets lebendig wirkenden Klangformationen gar Bilder zu erkennen vermochte, kam dennoch auf seine Kosten, weil die Musiker unter dem umsichtigen Dirigat von Söderblom in diesen 13 Minuten nicht nur Notenwerte reproduzierten, sondern auch Musik machten. Das wussten die Siegener zu würdigen.
Glasklare Interpretation wirkte elegant
Es folgte von Franz Liszt dessen zweites Klavierkonzert in A-Dur, entstanden in Weimar 1849. Die Idee: „Alles Erklingende sollte Teil eines einzigen musikalischen Organismus sein.” (Bettina Landgraf im Programmheft).
Die Solistin war Claire-Marie Le Guay, ganz kurzfristig eingesprungen für die erkrankte Olga Scheps.
Wer für die Liszt-Interpretation eine Klavierlöwin erwartet hatte, wurde enttäuscht: Die Französin servierte elegante, zügige, transparente Nach-Klassik mit virtuosen Vorgaben, die sie offenbar spielend meisterte. Die Zugabe, Bachs C-Dur-Präludium, glasklar durchgespielt, war fast so etwas wie ein Glaubensbekenntnis.
Nach der Pause dann die „Dritte” von Brahms - Romantik ohne Gefühlsbäuche: so leicht, so locker, so durchsichtig, wie man sich dieses Werk nur wünschen kann. Und der Beifall entsprechend.
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