Philharmonie auf Zuschüsse angewiesen

Siegen-Wittgenstein..  Die Philharmonie Südwestfalen wird in der nächsten Saison zwei Konzerte in der Berliner Philharmonie geben sowie weitere Auftritte in Frankfurt, Düsseldorf und Prag haben. Auf diese Highlights wiesen Intendant Michael Nassauer und Kreiskulturreferent Wolfgang Suttner jetzt in einer Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion hin.

Schwerpunkt der Aktivitäten des Orchesters bleiben aber das Siegerland, Wittgenstein und die Nachbarkreise. Da die Einnahmen, die das Orchester selbst durch seine Auftritte erwirtschaftet, nur etwa 13 Prozent der entstehenden Kosten decken, ist es von öffentlichen Zuschüssen abhängig. „Wir haben kein Auslastungsproblem. Aber die Konzertsäle hier in der Region sind relativ klein, außerdem sollen die Eintrittspreise erschwinglich bleiben“, gab Nassauer zu bedenken.

Nassauer und Suttner betonten, dass sich das Orchester bemühe, das Einspielergebnis zu verbessern und Einsparpotenziale auszuschöpfen. So werden die Konzerthonorare um zehn Prozent angehoben, auch soll es künftig keine Rabatte mehr bei Konzertwiederholungen geben. Die Personalausgaben machen rund 91 Prozent des Gesamtetats aus. Größtes Problem seien Tariferhöhungen. „Da die öffentlichen Zuschüsse der Gehaltsentwicklung nicht automatischangepasst werden, hat dies ein strukturelles Defizit zur Folge, das uns ständig Schwierigkeiten bereitet“, erläuterte Nassauer.

Künftiger Standort des Orchesters

Zur Sprache kam auch der künftige Standort des Orchesters, das bisher als Mieter in der Hilchenbacher Schützenhalle beheimatet ist. Landrat Andreas Müller betonte,dass das Konzept privater Initiatoren für ein neues Probenhaus in Siegen derzeit noch ausgearbeitet werde. „Der Kreis ist also nicht Herr des Verfahrens. Dennoch hoffe ich, dass es bis zum Jahresende zu einer Entscheidung kommt, bei der darauf zu achten sein wird, dass sich die räumliche Situation für das Orchester eventuell verbessert, ohne dass für den Trägerverein oder den Kreis zusätzliche Folgekosten entstehen“, so Müller.