Pfandmonster

Ich gehöre zu diesen unmöglichen Menschen, die samstags um 15 Uhr Leergut wegbringen. Das gesammelte Plastikgut der – sagen wir mal – letzten drei Wochen. Und wissen Sie was? Ich mache das extra. Weil mir schlecht gelaunte Menschen großen Spaß bereiten. Allein der Anblick fröhlich beschwingter Leute, die aus dem Auto steigen und dann augenblicklich die Merkel-Miene aufsetzen, wenn sie mich mit meinen drei Ikea-Tüten erblicken – fröhlich grinsend. Aber die Hasskeule trifft auch Väter, die den Automaten von ihrem vierjährigen Sohn füttern lassen. Und dann der Automat. Dieses stinkende Leergut-MONSTER. Möt. Code nicht lesen. Möt. Flasche deformiert. Möt. Flasche gehört nicht zum Sortiment. Möt. Papierrolle leer. Möt. Möt. Möt. „Defekt. Bitte rufen Sie das Personal.“ Und dahinter Menschen, die kurz vorm Ausrasten stehen, Männer, die wegen zwei Flaschen anstehen. Männer, die den armen Kerl am Pfandautomaten anmaulen. Zuckende Augen, pulsierende Halsschlagadern. Und dazwischen ich. Fröhlich mit meinem Leer(super)gut. Ich rechne fest damit, dass ich bald mit einer Pfandflasche verprügelt werde. Möt. Flasche deformiert.