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Panzerknacker vor dem Siegener Landgericht

11.12.2008 | 19:50 Uhr

Siegen. (mku) Seit Rotlichttagen gab es im Schwurgerichtssaal keinen solchen Aufwand mehr: Ausweiskontrolle vor der Tür, Namensschilder für die vielen Prozessbeteiligten und massig Wachtmeister. ...

... Was auch an das damalige Verfahren erinnerte, war der schleppende Auftakttag.

Schon vor der Anklageverlesung rügte einer der Verteidiger die Kammerbesetzung. Zwei Berufsrichter waren ihm bei sechs Angeklagten und 45 Taten nicht ausreichend. Zwei der mutmaßlichen Täter hätten kein Geständnis abgelegt, das Verfahren könne durchaus länger als die sieben angesetzten Tage dauern. Nach ausgiebiger Beratung wies die Kammer die Rüge zurück. Nach Verlesung der umfangreichen Anklage sollte dann eigentlich die einzige Frau auf dem "Sünderbänkchen" zu ihrer Einlassung kommen. Nach einem informellen Rechtsgespräch wurde aber auf den 17. Dezember vertagt.

Dann geht es hoffentlich ausführlicher um die 45 vollendeten und versuchten Einbrüche, die von der 28-Jährigen und ihren Mitangeklagten zwischen April und November 2007 verübt worden sein sollen. Überwiegend waren sie in Ruhrgebiet und Münsterland tätig, viermal auch in der Region. In Weitefeld und in Bürbach brachen sie in Getränkemärkte ein, in Niederschelden in einen Supermarkt. Dazu kam eine Tat an der Freudenberger Straße in Siegen. Die Täter stahlen ganze Tresore aus Firmengebäuden und räumten auch in Privathäusern für rund 40 000 Euro Schmuck aus den Schatullen. Insgesamt entstand bei der Serie ein Schaden von 370 000 Euro. Trotz allem sind zunächst nur drei Polizeibeamte als Zeugen geladen. Gutachter würden nicht benötigt, daher sieht der Vorsitzende Wolfgang Münker auch keinen Grund für eine größere Kammerbesetzung.

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