Orgel und Bläser im Dialog
23.01.2012 | 18:43 Uhr 2012-01-23T18:43:00+0100
Siegen-Weidenau. Aus der Gemeinde von St. Joseph Weidenau war eine schöne Idee gekommen: die alte Orgelempore der Kirche noch einmal für ein Konzert zu nutzen. Dafür bot sich die Mitwirkung eines Bläserensembles an, das dann mit der neuen Orgel zusammen oder im Wechsel mit ihr von dort den Kirchenraum mit harmonischem Glanz erfüllen könnte.
Organistin Helga Maria Lange ließ sich auf das Experiment ein und engagierte das Ensemble „Magicbrass“, ein Quintett, das seit 1998 zusammen spielt, in Siegen aber erst selten aufgetreten ist. So kam es zu dem Konzerttitel „Emporenklänge“.
Die musikalische Wirklichkeit gestaltete sich dann etwas schwieriger: eine Kommunikation zwischen Orgel und Bläsern war ohne unmittelbaren Sichtkontakt fast unmöglich, und eine Überwachungskamera brachte auch noch keine zufriedenstellende Lösung, weil die akustischen Verhältnisse in den beiden Teilen des Kirchenraums Konsequenzen für unterschiedliche Bedingungen der Schallausbreitung nach sich zogen.
Man fand einen Mittelweg. Die Bläser spielten nur einen Teil des Programms von oben, darunter mit Orgel nur einige Stücke, die dafür geeignet erschienen: eine Echo-Fantasie von Samuel Scheidt, die wie geschaffen ist für ein solches Arrangement, den beliebten „Prince of Denmark’s Marche“ von Jeremiah Clark, der nicht zu kompliziert ist, aber dann wegen der Überfülle an Volumen von Orgel und Blech im Kirchenschiff als überwältigendes Tohuwabohu ankam.
Sehr viel besser vertrugen sich die unterschiedlichen Klangströme beim „Trumpet Tune“ von John Stanley. Die übrigen Stücke der Emporenmusik taten aus dieser Höhe ihre gewünschte Wirkung, wobei die dynamisch etwas schlanker intonierten Partien musikalisch durchweg den besseren Eindruck machten.
Hohe Professionalität
Zum Abschluss gab es von unten einen „Grand Choeur dialogue“ von Gigout. So hatte das Konzert auch angefangen: im Chorraum mit einer Intrada für Bläserquintett und Orgel. Helga Maria Lange hatte für dieses Konzert Orgelwerke ausgesucht, die den Bläsern Gelegenheit gaben, ihre Wege von unten nach oben und zurück zu gehen – beziehungsweise sich auch zu verschnaufen: das ernstere e-moll-Präludium von Nicolaus Bruhns, den Militärmarsch aus Elgars „Pomp and Circumstance“ und Vièrnes Akustikexperiment „Carillon de Westminster“. Ausgeführt wie immer mit hoher Professionalität.
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