Operation – Neues Medizinzentrum in Siegen

Rundgang mit Stop im OP (von links): Landrat Andreas Müller, Christoph Buschkotte vom Physioteam Siegen, Matthias Linnert (Chirurg), Siegens Bürgermeister Steffen Mues, Dr. Mirhodjat Fatemi und Dr. René Burchard.
Rundgang mit Stop im OP (von links): Landrat Andreas Müller, Christoph Buschkotte vom Physioteam Siegen, Matthias Linnert (Chirurg), Siegens Bürgermeister Steffen Mues, Dr. Mirhodjat Fatemi und Dr. René Burchard.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das Kreisklinikum kehrt in die Innenstadt zurück – zumindest mit einer Einrichtung: dem Medizinzentrum Siegerland 2, spezialisiert auf Chirurgie.

Siegen.. Für einige Patienten wird es ein Déjà Vu sein. Das ehemalige Stadtkrankenhaus wird zwar Bestandteil des Uni-Campus’ Siegen-Mitte – mit Wohnheim und Seminarräumen; aber mit dem Medizinzentrum Siegerland2 kehrt das Kreisklinikum zumindest mit einer Einheit in die umgebauten und renovierten Räume in der unteren Etage zurück. Spezialisiert ist die Einrichtung auf Chirurgie und Physiotherapie. Die beiden Operationssäle stehen außerdem niedergelassenen Ärzten zur Verfügung.

Dr. Mirhodjat Fatemi und Matthias Linnert, beide Fachärzte für Chirurgie, führen eine Praxis und operieren. Dr. René Burchard, Leiter der Sportklinik des Kreisklinikums und Spezialist für Gelenkerkrankungen, wird die Operationssäle ebenfalls nutzen. Das Physioteam Siegen ist zudem im Zentrum untergebracht. Die besondere Zusammensetzung und die Zusammenarbeit unter einem Dach seien maßgebliche Stärken, beschreibt Dr. Fatemi: „Wir haben flache Hierarchien.“

Medizin befinde sich im Wandel, „sie müssen als Facharzt tagtäglich dazulernen“, sagt der Arzt. Mit einem Selbstverständnis als „Halbgott in weiß“ hat das Konzept laut seiner Schilderung nichts zu tun. „Wir sind alle drei nicht von Eitelkeit geprägt“, sagt er über seine beiden Facharzt-Kollegen und sich selbst. „Wir sind keine konkurrierenden, sondern einander ergänzende Einheiten.“ Das Team berät folglich über Fälle, tauscht sich aus, verlässt sich aufeinander. „Und wir sind nicht operationswütig“, sagt Matthias Linnert. „Wir versuchen erst einmal, konservative Behandlungsmethoden anzuwenden.“

Enge Anbindung ans Haupthaus

Außer den beiden modern eingerichteten OPs verfügt die Praxis über einen eigenen Röntgenraum, um den Patienten logistischen Aufwand zu ersparen. Die enge Anbindung an das Kreisklinikum in Weidenau wird als weiterer Vorteil ins Feld geführt. Der Übergang von der ambulanten zur stationären Behandlung funktioniert bei Bedarf einfacher – der umgekehrte Weg ebenso. Dazu passt auch, dass dank des Netzwerks unkomplizierter Austausch mit Kollegen im Haupthaus möglich ist, wie Fatemi erklärt. Beispielsweise lassen sich Röntgenbilder digital übermitteln, um die Meinung eines weiteren Spezialisten einzuholen.

Ablaufoptimierung hat also hohen Stellenwert: Wie kommt der Patient an, was hat er, was braucht er, wie kann er zügig versorgt werden? Im Siegerland gebe es viele sehr gute Mediziner, aber in der Behandlung – insbesondere natürlich bei Notfällen – kommt logistischen Fragen große Bedeutung zu. Schwierig wird es, „wenn die Schnittstellen nicht passen“, erläutert Fatemi. „Wenn die Kette unterbricht: Dann bekommen Sie ein Problem.“

Geben und Nehmen

Im Medizinzentrum Siegerland2, in dem seit dem 19. Januar Patienten behandelt werden, soll es zu solchen Reibungsverlusten auch deshalb nicht kommen, weil die Team-Zusammenstellung passt. Beim offiziellen Vorstellungstermin jedenfalls wirkt die Stimmung zwischen den Beteiligten freundschaftlich und respektvoll.

„Es läuft hier auf Augenhöhe. Wir arbeiten mit den Ärzten wirklich kollegial zusammen“, lobt Christoph Buschkotte vom Physioteam Siegen. Ein solches Miteinander sei nicht überall selbstverständlich. Dr. Fatemi hat dafür eine uneitle – und realistische – Erklärung parat: „Die Physiotherapeuten können Vieles, was wir nicht können – und umgekehrt. Es ist ein Geben und Nehmen.“

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