Oliver Wurmbach - Kreuztaler pendelt zwischen zwei Welten

Ein Plätzchen im Grünen: „Es ist schön, wenn man in Bonn einsteigt, diese großstädtische Luft mitnimmt und hier aussteigt und einen tiefen Atemzug nimmt.“
Ein Plätzchen im Grünen: „Es ist schön, wenn man in Bonn einsteigt, diese großstädtische Luft mitnimmt und hier aussteigt und einen tiefen Atemzug nimmt.“
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Oliver Wurmbach ist zum Studieren an den Rhein nach Bonn gezogen. Sein Zuhause hat er nicht vergessen – und kehrt gern wieder zurück.

Kreuztal.. Die Sonne schickt die letzten Strahlen durch die Baumwipfel, als Oliver Wurmbach den Kindelberg hinauf stapft. „Ich bin schon als Kind immer mit meinen Eltern und Großeltern hier hoch gewandert“, sagt der 20-Jährige. „Hiermit verbindet man schon gewisse Gefühle, das geht nicht nur mir so, sondern auch meinen Freunden und meiner Familie.“

Lieblingsplatz auf dem Kindelsberg

Er trägt eine Steppjacke, die ihn gegen den noch recht kühlen Wind schützt. Sein Schritt geht schnell. Er läuft an der Gaststätte vorbei, widmet dem Turm aber einen langen Blick. „Nur noch ein kleines Stückchen, dann kommt mein Lieblingsplatz“, sagt er. Wieder geht es ein Stück bergab. Auf beiden Seiten des engen Wegs stehen Bänke. Oliver Wurmbach bleibt stehen, setzt sich, zieht die Jacke aus. „Selbst meine Großeltern sind schon hier hoch gewandert. Wenn ich in alten Fotoalben blättere, sind da auch Bilder vom Kindelsberg“, sagt er.

Im Tal glitzert Kreuztal in der Abendsonne. „Wenn ich hier oben sitze, ist das ein Gefühl der inneren Ruhe, des inneren Friedens.“ Die Vögel zwitschern, ansonsten ist es still. „Das hat man jetzt in Bonn nicht. Wenn ich dort am Rhein oder auf meiner Terrasse sitze, höre ich immer noch die Bahn im Hintergrund“, sagt er. In der Bundesstadt studiert Oliver Wurmbach Germanistik und Theologie. Er will Lehrer werden.

Reizendes Kreuztal

Bonn mit dem Rhein und den großen Städten wie Köln und Düsseldorf in der Nähe sind schön, Kreuztal allerdings vergisst er nicht. „Manchmal bin ich zwei oder drei Wochen nicht zu Hause, ich habe hier viele Freunde und Verwandte, die ich gerne sehe“, sagt er. Oliver Wurmbach erläutert die Umgebung. Er zeigt auf Kirchtürme. Oft wird er von seinen Kommilitonen gefragt, was ihn an Kreuztal reizt, erzählt er. „Ehrlich gesagt, das ist meine Heimat, hier bin ich groß geworden, hier kenne ich jede Ecke.“

Im Siegerland vermisst der 20-jährige Student den Rhein

Oliver Wurmbach erzählt von Kindergarten- und Schulzeiten, vom Spielen auf der Straße und vom Spielplatz in der Nähe. In der Natur ist er aufgewachsen, wie er selbst sagt. Noch heute mag er es, im Grünen zu sein. „Es ist schön, wenn man in Bonn einsteigt, diese großstädtische Luft mitnimmt und hier aussteigt und einen tiefen Atemzug nimmt.“ Die Bank nebenan wird frei. Oliver Wurmbach wechselt den Platz, weil von dort der Blick noch weiter ins Tal geht.

Hintergrund Was er im Siegerland vermisst, ist der Rhein. Und vielleicht der Eindruck von Weite. Bonn, das sei jetzt seine zweite Heimat geworden. Nach Kreuztal will er irgendwann wieder zurückkehren. Ein Ort, wie er sagt, an dem andere Urlaub machen würden, ein Ort zur Erholung.

„Ich bin aus dem Siegerland weggezogen, weil ich mir gesagt habe, dass ich etwas Neues sehen möchte“, sagt er. Später will er wieder im Haus seiner Eltern wohnen. „Wenn es das Kreuztal bleibt, das ich kenne und in gewisser Weise liebe, dann komme ich gerne wieder hier her zurück“, verspricht er.

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