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Wahl-Simulation

Ohne Wähler geht es am schnellsten

11.08.2009 | 20:30 Uhr
Ohne Wähler geht es am schnellsten

Fast im Minutentakt laufen die Ergebnisse ein. Bezirk für Bezirk, Stimmen für die Bürgermeister-, Rats-, Kreistags- und Landratskandidaten. Auf dem Monitor von Hans-Jürgen Klein bauen sich ein blauer und ein schwarzer Balken auf. „Das wird knapp”, ruft Kyrillos Kaioglidis von nebenan.

Diese Kommunalwahl entscheiden allein eine Handvoll Mitarbeiter aus dem Rathaus.

Die Kommunale Datenzentrale Rhein-Erft-Rur in Frechen ist in diesem Jahr der Ort, an dem auch die Stimmen aus Siegen-Wittgenstein elektronisch verarbeitet, in denen Prozente, Sitzverteilungen und letzten Endes eben auch Wahlsieger errechnet werden. Um den digitalen „Vote-Manager” einem Stress-Test zu unterziehen, wird der Wahlabend nun bereits zum zweiten Mal simuliert.

„Normalerweise erfreuen uns schon kurz nach 18 Uhr Oechelhausen und Ruckersfeld mit den ersten Ergebnissen”, sagt Klein, stellvertretender Leiter der Bürgerdienste, der am 30. August wieder die Ergebnispräsentation im Ratssaal moderiert. „Wer einen spannenden Abend erleben will, ist herzlich eingeladen.” In diesen Tagen ist der Ratssaal zwar kein Platz für Politiker mehr, aber auch noch alles andere als ein Wahlstudio. Peter Krautheim, Ingrid Müller Ingeborg Störmann, Peter Krautheim und Auszubildende Tina Willertbrauchen Platz.

Im „Wahlstudio” türmen

sich die Stimmzettel

Im inneren Kreis werden die Wahlzettel für die Stimmbezirke des ersten, im äußeren die des zweiten Kreistagswahklbezirks sortiert - schließlich sehen die Wahlscheine für jeden der 19 Hilchenbacher Rats-Wahlbezirke anders aus. Gerade angeliefert wurden auch die ersten 32 Kartons mit Stimmzetteln aus dem Kreishaus. Auf die mussten die Briefwähler warten, nachdem wegen der nachträglichen Zulassung der NPD in einem Bezirk ein größeres Stimmzettelformular besorgt werden musste. Jetzt aber kann es losgehen. Bereits rund 700 Briefwahlanträge, schätzt Ingeborg Störmann, sind gestellt worden.

Der simulierte Wahlabend beginnt arbeitszeitfreundlich um 14 Uhr, die erste Schnellmeldung wird bereits um 13.56 Uhr aufgenommen - was in Wirklichkeit natürlich gar nicht geht. An echten Wahltagen hängt alles ja immer an irgendeinem letzten Wahllokal, wo der Schlüssel zur Wahlurne abhanden gekommen ist oder gar der ganze Wahlvorstand... Hans-Jürgen Klein hofft, dass nicht dasselbe passiert wie 2004, als in gleich zwei Bezirken die Bewerber von SPD und CDU gleichauf lagen. Wer das Mandat bekam, wurde erst Tage später ausgelost. „Für die Präsentation am Wahlabend ist das natürlich ungünstig.”

Die andere unbekannte Größe sind gerade in Hilchenbach die nicht auszuschließenden Überhangmandate („Stichwort”). „Das werden wir auch noch einmal simulieren”, sagt Hans-Jürgen Klein. Der Test ist erst einmal gelaufen. Innerhalb von gerade einmal 40 Minuten ist der am Nachmittag simulierte „Wahlabend” schnell vorbei. Und es gibt, darauf kam es an, ein Ergebnis - welches, das ist der Frechener Datenzentrale egal, die sich postwendend bei den angeschlossenen 58 Stadt- und Kreisverwaltungen fürs Mitmachen bedankt. Wie die Wahlsieger und -verlierer am Sonntag, 30. August, bei ihren Wählerinnen und Wählern. Gegen halb neun.

Steffen Schwab

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