NRW-Wirtschaftsminister als Tourismus-Tester unterwegs

Zurückhaltend, aber interessiert gab sich der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Garrelt Duin (links) bei seinem Besuch im Alten Flecken.
Zurückhaltend, aber interessiert gab sich der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Garrelt Duin (links) bei seinem Besuch im Alten Flecken.
Foto: Getty Images
NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin nimmt Nordrhein-Westfalens Urlaubsqualitäten in den Blick. In Freudenberg wird klar, warum das „Sommerreise“ heißt.

Freudenberg..  Garrelt Duin bleibt cool. In jeder Hinsicht. 32 Grad Celsius scheinen den nordrhein-westfälischen Wirtschaftsminister bei seinem Besuch in Freudenberg ziemlich kalt zu lassen. Trotz Jackett und schwarzer Hose sieht er am dritten Tag seiner Tourismus-Sommerreise im Alten Flecken taufrisch aus.

Seit Montag bis einschließlich Donnerstag fährt der Minister im Land herum, schaut sich touristische Ziele an. Begleitet wird er unter anderem von seinem 13-jährigen Sohn Henri. Der Alte Flecken ist nach der Wisent-Wildnis am Rothaarsteig und dem Jagdhof Glashütte in Bad Laasphe die dritte Station am Mittwoch. Der Zeitplan ist eng gestrickt, doch Gästeführerin Astrid van Dongen holt aus den knapp 20 Minuten, die der Gruppe im Flecken zur Verfügung stehen, wirklich alles heraus.

Aufmerksamer Zuhörer

Sie redet schnell und viel. Duin redet wenig, nimmt nur selten die Sonnenbrille ab und verzieht kaum eine Miene, folgt den Ausführungen der engagierten Stadtführerin aber offensichtlich konzentriert. Zu ziemlich jedem Haus kann sie etwas erzählen, erläutert Geschichtliches und Bauweisen. Sie macht auf Löcher in den Balken aufmerksam, die von Verwendungszwecken vor dem Bau der Fachwerkhäuser zeugen. „Bloß nichts wegwerfen, man braucht jedes Holz“, beschreibt sie die Mentalität. Die Siegerländer seien halt sehr sparsame Menschen, und Holz habe seit jeher eine große Bedeutung gehabt. Das zeige sich auch im Haubergswesen. „Das wäre jetzt aber ein Exkurs, der zu weit führen würde“, sagt von Dongen.

Der Gast aus Düsseldorf betrachtet Fassaden, schaut auf Details, wirkt entspannt und locker. Tourismus sollte mit Stress im Idealfall ja auch nichts zu tun haben. Es geht den Berg hinauf, dann durch die Marktstraße. Die schmucken Fachwerkhäuser hätten oft niedrige Decken, „große Menschen wie Sie hätten da schon Probleme“, sagt von Dongen zum Minister. Der stellt kurz darauf seine Aufmerksamkeit unter Beweis, als er die Gästeführerin davor bewahrt, gefährlich nahe an ein vorbeifahrendes Auto zu treten. „Der Minister hat mir das Leben gerettet!“, freut sich von Dongen scherzend. „Jeden Tag eine gute Tat“, antwortet der lächelnd.

Leichte Brise bei bester Aussicht

Bevor es in der sengenden Hitze die vielen Stufen zum Kurpark hinauf geht, steift von Duin das Jackett doch noch ab. „Hier oben ist es wenigstens ein bisschen windig“, sagt er oben angekommen. Im strahlenden Sonnenschein liegt der Alte Flecken unter blauem Himmel da. Duin zückt das Handy und macht ein Foto, bevor es wieder bergab zum Kultourbackes und von dort zum Technikmuseum geht. Dort laufen die Arbeiten für Umgestaltung und Erweiterung.

Henri Duin wirkt bei all dem ähnlich entspannt wie sein Vater. Bereits Montag und Dienstag war er mit dem Papa unterwegs, um touristische Ziele in Augenschein zu nehmen. Diplomatisches Geschick beweist der junge Mann schon jetzt: Auf die Frage, wo es ihm am besten gefallen habe, antwortet er nach kurzem Überlegen charmant mit „Schwer zu sagen.“

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