New Yorker Geld für Siegener Wohnheim

An der Andreas-Schlüter-Straße in Weidenau steht das erste Max Kade Haus Nordrhein-Westfalens. Bundesweit ist es aber bereits Nummer 31.
An der Andreas-Schlüter-Straße in Weidenau steht das erste Max Kade Haus Nordrhein-Westfalens. Bundesweit ist es aber bereits Nummer 31.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Max Kade Stiftung aus New York hat rund eine halbe Million Euro für ein Wohnheim-Projekt bereitgestellt – im Namen der Völkerverständigung.

Weidenau..  Die New Yorker Max Kade Stiftung hat 600 000 US-Dollar (rund 500 000 Euro) zum neuen Wohnheim des Studierendenwerks Siegen an der Andreas-Schlüter-Straße beigesteuert. Das achtgeschossige Objekt mit 80 Plätzen, das gestern offiziell eröffnet wurde, trägt dafür den Namen „Max Kade Haus“. Gesamtkosten der Umbauarbeiten am Bestandsgebäude: 1,5 Millionen Euro.

„Die Kombination Siegen/New York hat man nicht so oft“, räumt Detlef Rujanski, Geschäftsführer des Studierendenwerks, ein. Den Kontakt zu der US-amerikanischen Stiftung stellte das Deutsche Studentenwerk her. An der Andreas-Schlüter-Straße steht nun zwar das erste Max Kade Haus in Nordrhein-Westfalen – aber das 31. in Deutschland. Die Stiftung sieht in der Unterstützung der Wohnheime einen Beitrag zur Völkerverständigung, wie Präsidentin Lya Pfeifer, mit ihrem Ehemann aus New York angereist, erklärt.

Gerade bei ausländischen Studenten, die dann mit den deutschen Kommilitonen unter einem Dach leben, sind solche Einrichtungen nämlich stark gefragt. „Wir hoffen, dass es hilft, wenn die Studierenden zusammen leben und sich kennenlernen“, betont Pfeifer. Junge Menschen kämen so im Alltag mit anderen Kulturen und Gebräuchen in Kontakt – ein selbstverständlicher Austausch.

Zuschuss vier Mal umgewidmet

Bis zur Eröffnung brauchte es „einen ganz, ganz langen Atem“, sagt Detlef Rujanski. Der 600 000 Dollar-Zuschuss musste im Laufe der Zeit vier Mal umgewidmet werden, da sich Ansätze für schon durchgeplante Wohnheimprojekte zerschlugen: „Ich erinnere an das Bettenhaus des ehemaligen Kreisklinikums, die Jugendherberge und das Parkhotel“, zählt Rujanski auf. Alle diese Vorhaben scheiterten an der Siegener Politik.

Florian Rubens, Vorsitzender des Siegener Asta, kommentiert diese Entwicklungen in seinem Grußwort kritisch. Seinem Eindruck nach ging es dabei primär um „politische Scharmützel, die auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen worden sind“. Darüber hinaus sei das Land „in der Pflicht“, was die Schaffung studentischen Wohnraums betreffe. Je weniger Wohnheimplätze es gebe und je mehr Menschen an der Uni eingeschrieben seien, umso höher stiegen die Mietpreise auf dem freien Markt. Und privatwirtschaftlich betriebene Anlagen könnten die Lücken nicht füllen: „350 Euro Kaltmiete im Monat können sich viele Studierende nicht leisten.“

Im Max Kade Haus zahlen die Bewohner im Schnitt 281 Euro inklusive sämtlicher Nebenkosten, Teilmöblierung und Internetzugang. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person in den Zweier- und Dreier-WGs liegt bei etwa 28 Quadratmetern. Das Studierendenwerk kaufte das Gebäude am 1. Juli 2013. Damals hatte das Objekt einen „erheblichen Sanierungs- und Modernisierungsstau“, wie Burkhard Lutz, Abteilungsleiter „Wohnen, Bauen und Technik“ beim Studierendenwerk sagt. Die Arbeiten an der 1967/68 errichteten Immobilie begannen bereits im darauffolgenden August.

Die gesamte Außenhülle samt Dach wurde erneuert, die Fassade mit roten und grauen Flächen gestaltet, Fenster und Balkone instandgesetzt. Unter energetischen Gesichtspunkten erfülle das Gebäude nun „annähernd Neubaustandard“.

Geld für Extras

Das geschätzte Kostenvolumen von 1,5 Millionen Euro konnten die Verantwortlichen um rund 200 000 Euro unterschreiten – „auch nicht so ganz üblich“, sagt Lutz. Die Einsparung ermöglichte zusätzlich die Neugestaltung des Eingangsbereichs und die In-stallation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach.

All das sei im bewohnten Gebäude geschehen. „Umbauen im Bestand – das können wir“, sagt Rujanski. „Wenn es möglich ist, versuchen wir dabei, die Substanz zu erhalten – und nicht abzureißen.“

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