Neugestaltung Ortskern ist auf den Weg gebracht
20.06.2007 | 08:30 Uhr 2007-06-20T08:30:43+0200Neunkirchen. (mku) "Wenn wir heute keine Entscheidung treffen, müssten wir eigentlich alle in die Wüste geschickt werden", war in einer Sitzungspause aus der CDU-Fraktion zu hören. Der Rat tat sich schwer, aber gegen 21 Uhr gab es dann doch noch eine Ent
"Wir haben über zwei Anträge geheim abgestimmt, der weitergehende wurde mit knapper Mehrheit angenommen", sagte Bürgermeister Manfred Gillé anschließend. Nicht alle ursprünglichen Kriterien seien erfüllt. "Wichtig ist aber, der Ortskern wird neu gestaltet, mit der Firma Rewe-Petz und dem Architekturbüro Halbach", fügte er an. Zunächst hatte es einen vorgezogenen nichtöffentlichen Teil ohne Beschluss gegeben. Nach der öffentlichen Sitzung gingen die Stadtverordneten dann noch einmal in Klausur.
Allerdings war das Thema Ortsmitte indirekt durch einen CDU-Antrag auch öffentlich behandelt worden. Die CDU möchte das Haus Kölner Straße 168, gegenüber dem Rathaus, abreißen lassen. Unter anderem, um einen Platz für den Wochenmarkt zu schaffen. Nach längerer Diskussion stimmte der Rat bei vier Gegenstimmen und der Enthaltung von SPD-Chef Heinz-Werner Feuring für das Vorhaben, das mit Wiederherstellung der Fläche 50 000 Euro kosten soll. "Weg mit der alten Kiste, so schnell wie möglich, damit der Bürger sieht, dass sich etwas tut", stimmte Gerhard Lichtenthäler zu. Sein UWG-Kollege Hartmut Pfeifer sah es anders. "Mir tränt das Herz", sagte er und forderte die Erhaltung des Fachwerkhauses. Mit dem Abriss werde der Blick auf das Rathaus geöffnet, "das nun wirklich nicht schön ist und nicht in unser Stadtbild passt", kritisierte er. "Wir haben schon viele alte Kisten abgerissen, die uns heute leid tun. Lasst uns die 50 000 Euro in das Haus stecken", stimmte Fritz Fünfsinn (FDP) zu. "Das Haus ist abbruchreif. Wir finden seit Jahren keine Mieter mehr und eine Investition lohnt nicht mehr", waren sich Wolfgang Weber und der Bürgermeister für die Verwaltung einig. Dennoch erinnerte Manfred Gillé an eine Ratssitung von 1995, wo er selbst sich übber den Denkmalschutz des Gebäudes mokiert habe und gerade ein CDU-Vertreter die gleiche Meinung wie Hartmut Pfeifer vertrat.
Einig war sich die Runde, dass eine Kindergruppe, die in dem Haus eine regelmäßige Bibelstunde abhält, ein Ausweichquartier erhält. Keine schnelle Lösung gibt es hingegen für den Zaun am ehemaligen Brauergrundstück. Die UWG hatte beantragt, das für Kinder gefährliche Drahtgeflecht sofort zu entfernen. "Da ist in 20 Jahren nichts passiert, der kommt im Rahmen der Ortsumgestaltung weg", sagte Wolfgang Weber. Es mache keinen Sinn, jetzt noch ein paar 1000 Euro auszugeben.
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