Neues Wappen für Herzhausen

Herzhausen..  Gar nicht so einfach, ein Wappen für einen Ort zu gestalten. Die „Bastelfrauen“ aus Herzhausen hatten eine Idee für das bevorstehende Jubiläum „und wollten daraus eine Fahne machen. Leider ist das nicht gelungen“, ging Ortsbürgermeisterin Bettina Oehm in der Bürgerversammlung kurz auf die Hintergründe des Auswahlprozesses ein.

Matthias Kringe wurde dann aufgefordert, seine historischen und künstlerischen Kenntnisse und Fähigkeiten einzubringen. Der „Dilldappenzeichner“ bemühte seine Studienerinnerungen, schloss sich mit Heraldikern kurz und arbeitete den Entwurf der Damen in ein wappenfähiges Motiv um. Dazu kamen noch fünf Alternativen, die den Herzhäusern gemeinsam zur Auswahl gestellt wurden.

Gute Chance für Zustimmung im Rat

134 Bürger beteiligten sich an der Abstimmung, „immerhin 30 Prozent der Wahlberechtigten“, wie Alfred Oehm konstatierte. Davon hatte sich die deutliche Mehrheit von 56 für den überarbeiteten Vorschlag der Damen ausgesprochen. Interessant: Die gefragten Heraldiker fanden die zum Teil einfacheren Entwürfe Kringes besser, die als „sprechendes Wappen“ lediglich ein Herz und ein angedeutetes Haus zeigten.

Das Siegerwappen hingegen setzt andere Schwerpunkte, zeige aber mit „unserem Weidekampen und dem Dreisbach auch typische Elemente“, erklärte Kringe. Immerhin wurde dieses Wappen einstimmig angenommen und soll zunächst nur in der Festschrift auftauchen. Bleibt am Ende des sommerlichen Jubiläums noch etwas in der Kasse, könne über ein entsprechendes Schild am Ortseingang nachgedacht werden, sagte Alfred Oehm. Eine offizielle Genehmigung brauche das Wappen nicht, da Herzhausen seit 1969 nicht mehr eigenständig und damit nicht zur amtlichen Führung mit Urkunde und Siegel berechtigt sei. Lediglich der Rat müsse zustimmen, was Bürgermeister Paul Wagener gut gelaunt in Aussicht stellte.

Der Schwerpunkt des Abends lag auf der „Regierungsbilanz“ des Verwaltungschefs für ganz Netphen, wie sie auch schon in anderen Ortsteilen zu hören war. Dazu gehörte die gute Nachricht, dass die Breitbandkabel für schnelles Internet in Herzhausen schneller als erwartet bereits Mitte April gelegt werden sollen.

Zunächst gehe es darum, zeitnah drei konkrete Maßnahmen für den Hochwasserschutz anzugehen. Dazu liefen Gespräche mit Grundstückseigentümern, kündigte Fachbereichsleiter Erwin Rahrbach an.

Alfred Oehm bedauerte, dass es nicht gelungen sei, mehr von den ursprünglich einmal rund 50 angedachten Maßnahmen umzusetzen. Dafür seien aber für Herzhausen wohl zu viele Grundstückseingriffe bei Personen vorgesehen gewesen, die gar nicht betroffen wären, und letztlich sei außerdem auch zu wenig mit den Menschen gesprochen worden.

Für Gesprächsstoff sorgte der endgültige Standort der Glascontainer. Die Anwesenden stimmten mit großer Mehrheit – aber ohne Begeisterung für den Platz – an der „Alten Schule“. Erwin Rahrbach hätte lieber die Ortsmitte gehabt, konnte sich aber nicht durchsetzen, hatte aber schon Entwürfe mitgebracht, die mit „Glascotainer“ bezeichnet waren. Er kündigte an, dort auch ein neues, transparentes Bushäuschen zu errichten. Alles andere liege nicht im Ermessen der Stadt.

Probleme am Friedhof

Ansonsten ging es um nicht passende Schlüssel für die Leichenhalle, die wirre Belegung des Friedhofs, die Rahrbach mit der sich ändernden Bestattungskultur erklärte, und die Problemen mit der Tonanlage bei Beerdigungen. Wenn der Pastor das Mikro nicht im richtigen Abstand vor den Mund halte, „sondern neben das Ohr, verstehen wir nichts. Und auf einer Beerdigung außen vor zu sein, ist nicht gut“, war zu hören. Der Schreiner müsse da auch dringend mal wieder kommen.