Neue Wege für den MINT-Unterricht finden

Siegen..  Mathematik, Naturwissenschaften und Technik bestimmen große Teile des Alltags – dennoch ist „die Welt der Mathematik mit Formeln und Funktionen für viele Schülerinnen und Schüler manchmal ganz weit weg“, wie die Uni Siegen in einer Mitteilung schreibt. Im neuen Forschungsverbund „MINTUS“ wollen Wissenschaftler herausfinden, „wie Wissen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) besser entwickelt und vermittelt werden kann“. Auftaktveranstaltung war am Donnerstagabend.

Bezüge zur Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen lassen sich einfach herstellen. Fragen wie „Warum können Smartphones Fotos machen?“ oder „Warum lassen sich diese Geräte so flach bauen?“ seien Beispiele für realitätsnahe Fragen, die mathematisch-technischer Antworten bedürfen.

Das Projekt dient als Plattform für Forschende und soll zu einer Vertiefung des Austauschs mit Lehrerinnen und Lehrern sowie der Öffentlichkeit dienen, wie Prof. Ingo Witzke, Sprecher von MINTUS, erläutert. Es gehe maßgeblich auch darum, wie Unterricht aussehen muss, der Schüler auf dem Weg zu mathematisch-naturwissenschaftlicher Bildung unterstützt – und welche Kompetenzen dazu bei den Lehrkräften erforderlich sind.

„Die Idee ist, die Forschung im Bereich der Didaktik weiter zu vernetzen und fächerverbindend Ergebnisse zu erarbeiten, die wissenschaftlich abgesichert sind“, führt Witzke aus. „Das ist die Basis für Verbesserungen, also didaktische Grundlagenforschung.“ Der erste Schritt sei die Diagnose, der zweite die Erarbeitung von konkreten Empfehlungen.

Schulpreis für besondere Initiativen

Kern der Forschung ist das Graduiertenprogramm „Sti’MINT“, das die Forschungsförderung der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät für drei Jahre bewilligt hat. Es beinhaltet die Förderung von vier MINT-übergreifenden Promotionsprojekten. Witzke: „Es geht darum, MINT ganzheitlich anzugehen und kein Fach isoliert zu betrachten.“ Gerade das Zusammenspiel der Fächer mache es möglich, interessante Anwendungssituationen zu beschreiben, um damit authentischen Wissenserwerb möglich zu machen.

Ausgeschrieben ist zudem der neue MINTUS-Schulpreis, gestiftet von den Arbeitgeberverbänden Siegen-Wittgenstein. Die Auszeichnung soll herausragende MINT-Aktivitäten von Schulen aus der Region prämiert. „Wenn wir auch in Zukunft als innovativer Industriestandort weltweit wettbewerbsfähig bleiben wollen, ist es dringend erforderlich, den Stellenwert der MINT-Bildung in den Schulen, aber auch in unserer Gesellschaft insgesamt, wieder anzuheben“, unterstreicht Dr. Thorsten Doublet, Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein.