Neue Stiftung sammelt Geld ein

Manfred Heinz, Paul Wagener, Dr. Christian Stoffers und Christian Walde (von links)
Manfred Heinz, Paul Wagener, Dr. Christian Stoffers und Christian Walde (von links)
Foto: WP

Netphen..  Mit einem „Leuchtturm-Projekt“ aus dem Themenfeld der Integration will die neue städtische Stiftung „Gut für Netphen“ handlungsfähig werden. „Ideen sind willkommen“, sagt Bürgermeister Paul Wagener, der auch Vorsitzender des Stiftungsvorstands ist. Vor allem aber Geld. „Vielleicht entsteht bei dem einen oder anderen der Gedanke, von seinem Vermögen etwas dem Gemeinwohl zuzuwenden.“

Erwünscht: Kapital und Spenden

120 Euro Zinsen haben die 200 000 Euro Stiftungskapital, das unter dem Dach der „Sparkassenstiftung Zukunft“ mitverwaltet wird, im ersten Jahr abgeworfen, berichtet Christian Walde aus der städtischen Kämmerei. Auch wenn bereits ein fünfstelliger Euro-Betrag zugestiftet wurde, lassen sich damit keine großen Sprünge machen. „Wir werden Jahre brauchen, um etwas aufbauen zu können“, sagt Dr. Christian Stoffers, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsvorstands. Da sind dann neben dem Kapital auch Spenden willkommen, die kurzfristig vor allem für soziale Projekte verwendet werden können.

„Ich bin ein bisschen stolz, dass wir dieses Projekt betreiben können“, sagt SPD-Fraktionschef Manfred Heinz, der an die Entstehungsgeschichte der Stiftung erinnert: Sparkassenüberschüsse waren aufgelaufen. Die Fraktionsspitzen von CDU und SPD erarbeiteten das Regelwerk, das neben der bisherigen Förderung der Vereine, Büchereien und Jugendtreffs auch eine Projektförderung ermöglicht, über die der Ältestenrat — und eben, mit einem kleineren Anteil, die Stiftung, in deren Vorstand die Ratsfraktionen vertreten sind.

„Wir wenden uns auch an ehemalige Netphener“, sagt Bürgermeister Wagener, der Adressen in Südostasien und Kalifornien kennt — Verbundenheit muss sich ja nicht nur in Weihnachtsgrüßen ausdrücken. Eine Million Euro im Jahr könnten alle Netphener als Spenden aufbringen, wenn sie so großzügig sind wie die Durchschnittsdeutschen, hat Dr. Stoffers ausgerechnet. „Wenn wir nur 100 000 Euro einsammeln würden, wären wir schon happy.“

Netphens Sparkassengelder

Die Stiftung „Gut für Netphen“ wird aus Sparkassenüberschüssen gespeist, die der Stadt Netphen zufallen. 200 000 Euro beträgt das Stiftungskapital, von dem nur die Erträge ausgeschüttet werden dürfen.

Weitere 450 000 Euro angesammelter Sparkassen-Überschuss bilden einen Fonds, aus dem Projekte in den Ortsteilen finanziert werden, maximal mit 12 000 Euro, bei 30 Prozent örtlicher Eigenleistung. Sechs Bewilligungen wurden bereits ausgesprochen, weitere sieben sind in Bearbeitung. Der Fonds wächst jährlich um die Hälfte des ausgeschütteten Sparkassengewinns. Das sind derzeit noch rund 80 000 Euro.

Nicht zu verwechseln ist „Gut für Netphen“ mit der „Bürgerstiftung Netphen“, die aus der Stiftung Altes Feuerwehrhaus hervorgegangen ist.