Neue Rechnung ohne Wilnsdorf

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Hilchenbach/Netphen/Burbach..  Das Rekommunalisierungs-Projekt geht weiter. Der Energieversorger RWE sei bereit, auch mit nur noch vier Kommunen als strategischer Partner in eine Netzgesellschaft einzusteigen, berichtete Netphens Kämmerer Hans-Georg Rosemann jetzt dem Rat der Stadt. Die neuen Zahlen lägen jetzt vor — also der Kaufpreis für das kleinere Stromnetz, die geringere Gesamtsumme an Dividende, Gewerbesteuern und Konzessionsabgaben. Für die einzelne Kommune, so Hilchenbachs Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab, sei das Vorhaben „gleichbleibend wirtschaftlich.“

Starttermin bleibt der 1. Januar 2016

Fünf Jahre nach dem Start der ersten Machbarkeitsstudie stand im März 2015 die entscheidende Runde in den Räten an: Sie sollten ihre Verwaltungen beauftragen, das Angebot des in EU-weiter Ausschreibung ermittelten „strategischen Partners“ anzunehmen. Dieser Partner soll 49 Prozent der kommunalen Netzgesellschaft übernehmen, die dem bisherigen Eigentümer RWE das Strom- und Gasnetz abkauft, sich selbst bei den Kommunen um die Durchleitungsrechte bewirbt und die Netze dann an einen Betreiber verpachtet. Auf diese Weise, so die Kalkulation, fließen nicht nur wie bisher die Konzessionsabgaben in die Stadtkasse, sondern auch die Gewinne, die sonst allein beim Energieversorger geblieben wären.

In Hilchenbach, Netphen, Burbach und Bad Laasphe machten die Räte mit, in Wilnsdorf gab es eine Mehrheit dagegen. Drei Varianten standen nun im Raum: Der strategische Partner fühlt sich an sein Angebot nicht mehr gebunden und steigt aus. Oder: Die vier verbleibenden Städte kaufen das Wilnsdorfer Stromnetz mit — indirekt hätten Wilnsdorfer Haushalte dann Teile ihrer Stromrechnung an Nachbarkommunen bezahlt. Oder: Die Rechnung wird ohne Wilnsdorf neu gemacht.

Was nun auch geschieht – wann, ist allerdings offen. „Es ist ein bisschen spät geworden“, erinnert Bürgermeister Hasenstab an den ursprünglichen Zeitplan, die Rekommunalisierung bis zur Sommerpause unter Dach und Fach zu haben. Netphens Kämmerer Rosemann hat den Starttermin für die Netzgesellschaft nach wie vor im Blick: den 1. Januar 2016. Neue politische Beratungsrunden sind nicht zu erwarten. Hasenstab: „Ich gehe davon aus, dass die derzeitige Beschlusslage das abdeckt.“