Neue Ideen für Bahn-Nahverkehr: Rothaarbahn bis Betzdorf
11.07.2008 | 15:00 Uhr 2008-07-11T15:00:00+0200
Mit der Vergabe der Regionalexpresslinien 9 und 99 von Siegen nach Gießen und Frankfurt an die Hessische Landesbahn sind auch die letzten Nahverkehrsstrecken neu vergeben worden. Doch schon in den nächsten Jahren wird erneut Bewegung in die Eisenbahn-Landschaft der Region kommen.
Der Impuls kommt aus dem Nachbarland. Die rheinland-pfälzischen Zweckverbände Schienenpersonennahverkehr Nord und Süd haben jetzt das Konzept für einen „Rheinland-Pfalz-Takt 2015” beschlossen, der auch Veränderungen für die Bahnlinien in Siegen-Wittgenstein zur Folge haben wird.
Die Sieg-Dill-Bahn, die Linie RB 95 von Au über Siegen nach Dillenburg, soll in Siegen unterbrochen werden. Stattdessen wird eine Regionalbahnlinie eingerichtet, die von Siegen über Au auf der Oberwesterwaldbahn nach Altenkirchen und Limburg fahren soll. Und eine weitere Linie, die von Siegen nach Dillenburg führt, dort wendet und dann über Haiger auf die Hellertalbahn nach Neunkirchen und Betzdorf fährt.
Neben diesen beiden Verbindungen Limburg-Au-Siegen und Betzdorf-Dillenburg-Siegen möchten die Rheinland-Pfälzer auch den Verkehr auf der Siegstrecke verstärken. Dazu soll die bisher von Bad Berleburg über Kreuztal nach Siegen fahrende Rothaarbahn bis Betzdorf verlängert werden. „Recht ambitioniert” nennt Markus Stirnberg, stellvertretender Geschäftsführer des Zweckverbandes Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS), dieses Programm, und „betrieblich durchaus machbar”. In den nächsten Jahren sei nun zu prüfen, ob diese Änderung des Angebotes auch für die Fahrgäste Sinn macht.
Die Südwestfalen sind von der Rheinland-Pfalz-Planung nicht überrascht: „Wir stimmen uns natürlich ab”, sagte Stirnberg der WR. Die Hellertalbahn hatte der ZWS 1998 als erste Strecke „auf den Markt” gebracht; der Vertrag mit dem Gemeinschaftsunternehmen von Hessischer Landesbahn, Westerwaldbahn und Siegener Kreisbahn ist bereits in der Verlängerung. An die „Dreiländerbahn” der Deutschen Bahn Regio NRW wurden die Linien 93 (Rothaarbahn) und 95 (Sieg-Dill-Bahn) vergeben; dieser Zehn-Jahres-Vertrag endet 2014, rechtzeitig zum Übergang in den „Rheinland-Pfalz-Takt” 2015.
Nicht betroffen von den Neuüberlegungen sind die Regionalexpresslinien in Südwestfalen: Den RE 9 Siegen-Köln-Aachen übernimmt ab Dezember 2010 die „DB Heidekrautbahn GmbH”, die dort außer einem Zug mit Doppelstockwagen Triebwagenzüge einsetzt. Den RE-9-Ast Siegen-Gießen betreibt vom gleichen Zeitpunkt an die Hessische Landesbahn mit Triebwagenzügen, ebenso den RE 99 Siegen-Frankfurt. Auf der RE 16 Siegen-Essen fahren, ebenso auf der Ruhr-Sieg-Bahn Siegen-Hagen (RB 91), bis Dezember 2019 die silbernen Triebwagen der Essener Abellio.
14:41
Das sehe ich auch so, die Doppelstockwagen finde ich komfortabler, als das, was derzeit hochgelobt auf der Ruhr-Sieg-Strecke durch Abellio durch die Gegend gefahren wird. Auch kapazitätsmäßig sind nach Ffm wohl Einschränkungen zu befürchten. Denn es wird zwar neues Rollmaterial vorgeschrieben, doch irgendwo muss ja gespart werden. Leider verschweigen das die öffentl. Aufgabenträger gerne. Denn teilweise sind die 6 Doppelstockwagen derzeit auf der gesamten Relation auch mal voll. 6 Doppelstockwagen verfügen über ca. 660 Plätze. Wird es ein solches Angebot zur Hauptverkehrszeit auch nach der Ausschreibung noch geben?
19:12
Die komfortablen Doppelstöcker durch lärmige und holperige Triebzüge zu ersetzen ergibt für mich nicht wirklich Sinn. Vor allem für eine solche lange Strecke von Siegen nach Frankfurt. Aber die kleinen Kleckere können sich ja eh keine Dostos leisten. Da wär mir die DB lieber gewesen!