Neue Besen kehren bereits in der Emmaburg

Bad Laasphe..  Die Fahne vor dem Haus weht auf Halbmast, dazu auch noch verkehrt herum. Das auf den Kopf stellen von Flaggen wird in den USA als ein klares Signal verstanden: Notstand! Trifft das auf das Gesundheitszentrum Wittgenstein mit seiner Vitalpark GmbH zu? „Auf jeden Fall“, sagt der Bad Laaspher Rechtsanwalt Gerhard Karpf. Seinen Angaben zufolge haben bis auf die Immobiliengesellschaft des Unternehmens „alle anderen Gesellschaften den Betrieb eingestellt. Alles ist zu, alles abgeschlossen.“

Was den geschlossenen Betriebszweig Vitalpark angeht, vertritt der Jurist zwei Mitarbeiterinnen, denen - wie allen anderen auch – gekündigt worden war. Zu Unrecht, wie jüngst der Arbeitsrichter in Siegen entschieden hat. Doch dieser vermeintliche Erfolg sei wertlos, befürchtet Karpf, denn es sei völlig ungewiss, wer denn nun Arbeitgeber und damit verantwortlich für die Weiterzahlung der vom Gericht bestätigten Lohnansprüche sei.

Wie der Rechtsanwalt unserer Zeitung gegenüber weiter erläuterte, basiere der Urteilsspruch des Arbeitsgericht zum einen darauf, dass „die Gegenseite erst überhaupt nicht beim Termin war“, zum anderen, weil durch die über die Medien angekündigte Übernahme und Fortführung der Emmaburg durch eine Investorin aus Kasachstan ein Betriebsübergang stattgefunden habe, womit die Kündigungen unwirksam seien. Jetzt stellt sich für Karpf und seine Mandatinnen das Problem: Wer steckt eigentlich hinter dem Investor? Welche Rechtsform hat die neue Firma?

Prof. Bien ist das Ganze ziemlich egal

Antworten könnte vermutlich der verbliebene Gesundheitszentrum-Gesellschafter Prof. Dr. Siegfried Bien geben. Er hat – wie berichtet – die Immobilie Emmaburg an den Investor veräußert, kann nur noch die Schlossbergklinik zu seiner Immobiliengesellschaft zählen. Auf Anfrage unserer Zeitung teilt der Professor lediglich mit, dass „Frau Perrone über die Schlossbergklinik erreichbar sei“. Ansonsten sei ihm „das Ganze ziemlich egal“.

Reiche Russin investiert

Die Recherchen unserer Lokalredaktion führten zu einer 42 Jahre alten in Kasachstan und Hessen lebenden Russin, die offenbar als sehr reich gilt. Sie hat Irina Vladimirovna Perrone (48) aus Schöffengrund (nahe Wetzlar) als Geschäftsführerin der „Emmaburg Immobilien GmbH“ eingesetzt und deren Mann Manfred Raffaele Perrone (44) zum General Manager bestellt.

Die beiden Kaufleute haben ihre Arbeit bereits aufgenommen und auch Angela Crusius ist als Assistentin der Geschäftsführung an ihrer alten Arbeitsstätte mit neuem Arbeitgeber wieder aktiv. Sie verriet, dass eine Grundsanierung der Gebäude in vollem Gange ist. „Wir entfernen aus der Emmaburg den Muff der 70er Jahre und werden sie aufpolieren,“, so Manfred Perrone, der übrigens auch auf „gutes und bewährtes Personal“ setzt. Wie weiter erläutert wurde, gehen die Planungen für die Einrichtung eines Pflegehauses „unvermindert weiter“. Allerdings sei dafür die Bewilligung erneut „pro forma beantragt“ worden, da andere Gesellschafter und andere Betreiber nun die Verantwortung tragen.

Große Investitionen verlangt die Aktualisierung des Brandschutzes in den teil-maroden Bauten. Das sei Fachleuten der Kreisverwaltung abgestimmt, bestätigte Perrone.

Die neue Besitzerin sowie Manfred und Irina Perrone wollen sich Ende Februar der Öffentlichkeit mit ihrem Konzept vorstellen.