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Jugendausschuss

Netphens Dirt-Biker dürfen hoffen

07.09.2010 | 18:10 Uhr
Netphens Dirt-Biker dürfen hoffen
Dirt-Biker in der Netphener Schmellenbach

Netphen. Unglinghausen und Salchendorf sollen Dirt-Bike-Plätze bekommen — auch wenn die Stadt dafür Geld ausgeben muss.

In Salchendorf zum Beispiel einen Pachtzins für das ehemalige Bahnhofsgelände, in Unglinghausen einen einmaligen Betrag von rund 3500 Euro für die Herrichtung.

„Das ist ein niedriger Aufwand für ein gutes Ergebnis“, fand Manfred Heinz (SPD) im Sozialausschuss. Bürgermeister Paul Wagener nahm schließlich hin, dass der Ausschuss aus seiner Vorlage den Passus strich, Dirt-Biking dürfe die Stadt nichts kosten. „Wir nehmen einen gewissen Betrag in die Hände, um aktive Jugendpolitik zu machen“, gestand Wagener zu, bat aber dann darum, den Kämmerer „an anderer Stelle“ um so nachdrücklicher bei dessen Sparbemühungen zu unterstützen.

Die Lösung zum Nulltarif in Unglinghausen hätte es gegeben, wenn der TuS nicht Bedenken angemeldet hätte: Das Radfahren über Rampen und Erdhügel könne den Spielbetrieb auf dem Tennisplatz beeinträchtigen, gab Ortsbürgermeisterin Elke Bruch (SPD)die Sorge des Vereins weiter, der „möglicherweise Abmeldungen“ von Mitgliedern erwarte. „Es gibt konfliktfreie Alternativen“, sagte Elke Bruch. Denkbar sei ein Grundstückstausch mit der Waldgenossenschaft, denkbar auch eine Anlage am Radweg nach Eckmannshausen, wo Eigentümer Flächen pachtfrei zur Verfügung stellen würden.

Schnell geht das alles nicht – auch nicht in Salchendorf, wo Ortsbürgermeisterin Alexandra Wunderlich das Geld aus ihrem Budget nehmen wollte. „Dafür ist es nicht da“, widersprach Iris Cremer (CDU). Einen anderen Haushaltsposten gibt es allerdings auch nicht. Und im übrigen dürfte ein Standort in Unglinghausen, der nicht direkt an Tennis- und Parkplatz angrenzt, im Landschaftsschutzgebiet liegen – was ein weiteres Verfahren auslöst.

Auch in Hainchen
ist noch Platz

„Wie viele kommen da noch?“, fragte Vorsitzender Friedel Kassing (CDU), „wir werden überall Dreckhaufen hingeschüttet kriegen.“ Die müsse die Stadt dann beseitigen, wenn sich der „Trendsport“ erledigt habe, sagte Kassing und verwies auf die Halfpipe, die am Ende die Jugendlichen nicht mehr interessiert habe – nach einem Jahrzehnt Planung in Politik und Verwaltung. Das wird den Dirt-Bikern nicht passieren, sagte Manfred Heinz (SPD): „Sie machen’s auch ohne unsere Beschlüsse“ – zum Beispiel jetzt schon im Wald zwischen Dreis-Tiefenbach und Eckmannshausen.

Bisher gibt es eine Dirt-Bike-Anlage in der Schmellenbach, die Jugendliche mit Unterstützung des CAJ-Jugendtreffs angelegt haben und für die die Stadt das Grundstück zur Verfügung gestellt hat. Franz-Hubert Kringe (CDU) machte auf ein drei Hektar großes Gelände in Hainchen aufmerksam, das ebenfalls der Stadt gehört und Dirt-Bikern im oberen Johannland zur Verfügung gestellt werden könnte: „Da hätten wir keine Probleme.“

DerWesten

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