Netphen rettet die Naturpark-Fusion

Netphen..  Mit Netphen gibt die 46. von 46 Kommunen grünes Licht für den Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. Kreisdirektor Frank Bender machte keinen Hehl daraus, warum er diese Station auf der Tour zu den bisherigen Gegnern der Naturpark-Fusion selbst übernommen hat. Denn ohne Netphen würde das Naturpark-Gebiet zerrissen, es gäbe keine Verbindung mehr zu Freudenberg, Burbach, Neunkirchen und Wilnsdorf, die ebenfalls einbezogen werden wollen. Ob der Umweltminister ein solches Gebilde genehmige, „wage ich zu bezweifeln“.

„Mitmachveranstaltung“

Entsprechend erleichtert verließ Bender nach der Abstimmung das Rathaus: Mit zehn gegen drei Stimmen fiel die Entscheidung für die Freigabe des Stadtgebietes und den Beitritt in den Naturparkverein; vier Stadtverordnete enthielten sich der Stimme. Bürgermeister Paul Wagener bekam erneut den Auftrag, für einen anderen Naturpark-Namen und eine andere Rechtsform einzutreten, die den Kommunen mehr Mitwirkungsrechte gegenüber den dominierenden Kreisen einräumt. Helga Rock (Grüne) zweifelte an der Ernsthaftigkeit dieses Vorbehalts und blieb bei ihrem Nein: „Es hat sich nichts geändert.“

Und es wird sich auch nichts ändern, ließ der Kreisdirektor durchblicken. Er berichtete von der Vorfreude der Gemeinden im Sauerland auf den großen Naturpark, der irgendwann doch sogar der größte in Deutschland werden könnte, wenn der Arnsberger Wald nachtäglich dazukommt. „Es gibt eine gewisse normative Kraft des Faktischen, dass man gewisse Dinge nicht mehr umkehren kann.“ Verzichtet hätten die anderen Partner auch: Homert und Eggegebirge kommen im Namen gar nicht mehr vor, und dass das Rothaargebirge an zweiter Stelle stehe, sei naheliegend: Siegen-Wittgenstein mit dem 25-Prozent-Anteil sei nun einmal Minderheits-Partner.

Iris Cremer (CDU) sah die Chance, die Debatte um die vom Bürgermeister propagierte und von ihrer Fraktion abgelehnte „Drei-Quellen-Stadt“ zu beenden: „Netphen im Rothaargebirge“ wäre eine Alternative. Manfred Heinz (SPD) wertete die „von oben“ betriebene Fusion als Beispiel dafür, wie Teilhabe und Demokratie hintertrieben würden — und ging dabei sehr weit: „Da muss man sich über gewisse Demonstrationen nicht wundern.“ Kreisdirektor Frank Bender verwies darauf, dass im alten Rothaargebirge-Zweckverband die Kommunen gar nichts zu melden hatten. Dagegen sei der neue Naturpark eine „Mitmachveranstaltung“.