Netphen bekommt die 15. Kita

Der Boden unter den Kleinbahn-Gleisen am Bahnhof Dreis-Tiefenbach enthält Schadstoffe.Foto:Steffen Schwab
Der Boden unter den Kleinbahn-Gleisen am Bahnhof Dreis-Tiefenbach enthält Schadstoffe.Foto:Steffen Schwab
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Netphen..  Zum nächsten Kindergartenjahr, das am 1. August beginnt, wird Netphen einen 15. Kindergarten haben. „Wir führen Gespräche über Grundstücke“, sagt Torsten Manges, Pressesprecher des Kreises Siegen-Wittgenstein. Sollte bis dahin ein Neubau nicht bezugsfertig sein, habe das Jugendamt „konkrete Pläne für eine Übergangslösung“.

Zu bewältigen ist immer noch eine Spätfolge des Feuers, das im Oktober 2011 das Obergeschoss des katholischen Feldwasser-Kindergartens weitgehend zerstört hat. Mit dem Wunsch, die Drei-Gruppen-Anlage beim Wiederaufbau zur Fünf-Gruppen-Anlage zu erweitern, konnte sich das Jugendamt bei der katholischen Kirchengemeinde Dreis-Tiefenbach nicht durchsetzen.

Neubau wohl im Kernort

Ins Spiel kam daher der Neubau einer Zwei-Gruppen-Anlage auf dem Kreisbahn-Grundstück an der Bismarckstraße, die von den „Katholischen Kindertageseinrichtungen Siegerland-Südsauerland“ übernommen worden wäre. Wenn denn nicht im Herbst 2013, kurz nach der Wiedereröffnung im Feldwasser, die Schwermetalle und schädlichen Kohlenwasserstoffverbindungen Thema geworden wären, die im Boden auf dem Bahnhofsgelände schlummern.

Das Jugendamt blies den Neubau ab. Alternativ wurden im vorigen Jahr Pläne aufgegriffen, die für Dreis-Tiefenbach geplanten 43 Betreuungsplätze in Brauersdorf und Eckmannshausen zu schaffen. Die Erweiterung dieser beiden Kitas um je eine Gruppe wurde wieder verworfen — der Bedarf soll da befriedigt werden, wo er auch entstanden ist: Auf der Achse Netphen-Dreis-Tiefenbach, wobei in Dreis-Tiefenbach selbst zumindest in zentraler Ortslage keine städtischen Grundstücke mehr vorhanden sind. Im Netphener Kernort gibt es dagegen noch einige Möglichkeiten, zwischen Petersplatz und der alten Ziegelei am Ortsausgang nach Dreis-Tiefenbach. Weder Stadt noch Jugendamt wollen derzeit Details öffentlich werden lassen.

Kein „Schulkinderhaus“

Klar scheint allerdings zu sein, dass die Grundschule Niedernetphen als Standort nicht in Frage kommt: Deren inzwischen pensionierter Rektor Karl-Wilhelm Nowak hatte dort Möglichkeiten für den Fall gesehen, dass der Grundschulverbund nur noch drei statt bisher vier Parallelklassen bildet. Dann hätte Obernetphen zwei Klassen bilden können, Niedernetphen als „Schulkinderhaus“ wäre einzügige Grundschule mit angegliedertem Kindergarten geworden.

Offen ist, wer Träger der neuen Einrichtung wird: Bisher sind sieben Kitas bei verschiedenen katholischen, drei bei evangelischen Trägern, drei bei der AWO und einer („Purzelbaum“) bei einer Elterinitiative. Den derzeitigen Engpass überbrückt das Jugendamt mit Notgruppen in der evangelischen Kita Sonnenschein in Dreis-Tiefenbach sowie in Deuz und Brauersdorf. Vor­übergehend überbelegt wurden auch die Kitas in Salchendorf und Herzhausen.

Bis 2030 Rückgang um neun Prozent

Die Zahl der Kinder im Kita-Alter geht in Netphen von 1107 im Jahr 2011 auf 924 in Jahr 2030 zurück. Das entspricht einer Verringerung — exakt im Durchschnitt des gesamten Kreises Siegen-Wittgenstein – um 9 Prozent.

Für das nächste Kindergartenjahr in Netphen wird mit 1036 Kindern geplant, für die ein Betreuungsplatz in Anspruch genommen werden könnte.