Neptun Siegerland spricht sich für Erhalt des Löhrtorbads aus

Siegen..  Die Schwimmvereinigung Neptun Siegerland spricht sich vehement für den Erhalt des Hallenbads Löhrtor aus. In einem offenen Brief an die Ratsfraktionen schreiben die Vorsitzenden Dr. Klaus Holthoff-Frank und Klaus Zöller, dass „eine Schließung des Hallenbads Löhrtor mehr als weh tun“ würde.

Die politischen Gremien diskutieren derzeit über den Fortbestand aller drei städtischen Hallenbäder. Was Aufwand und Ertrag betrifft, steht das Löhrtorbad am schlechtesten da (wir berichteten).

Aus Sicht des Schwimmvereins indes habe das Hallenbad eine wichtige Bedeutung „für die Familien, insbesondere mit kleinen Kindern, für die älteren Bürger, für die Schulen und vor allem auch für die Vereine“. Es sei darüber hinaus für den leistungsorientierten Schwimmsport im Siegerland unverzichtbar. Denn es verfüge, schreiben die Schwimmer, als einziges Bad in Siegen über sechs Bahnen und sei damit für die Austragung von überregionalen Schwimmmeisterschaften geeignet. Weidenau und Eiserfeld würden als Alternativen ausscheiden.

Babys planschen nicht abends

Im Hallenbad Löhrtor gebe es zudem ein Lehrschwimmbecken, in dem der Verein seit vielen Jahren auch Babyschwimmen und Wassergewöhnung für die ganz Kleinen anbiete. Das Lehrschwimmbecken spiele auch in der Schwimmausbildung eine wichtige Rolle.

Gegenwärtig nutzen sechs Vereine und 21 Schulen das Hallenbad am Fuß der Oberstadt. In einer Analyse, betonen die Aktiven weiter, könnten nicht einfach die Belegungszeiten umgelegt werden. Ein Beispiel: Im Hallenbad Löhrtor gebe es sechs Bahnen, in Weidenau und Eiserfeld nur jeweils vier nutzbare Bahnen. Die 11,5 Übungsstunden der Schwimmvereinigung könnten nicht durch 11,5 Stunden in Weidenau oder Eiserfeld ersetzt werden.

„Wenig hilfreich“ sei zudem der Vorschlag der Verwaltung, das Vereinsschwimmen auf die Zeit von 17 bis 22 Uhr in Weidenau zu konzentrieren. „Der mit weitem Abstand größte Anteil der Übungsstunden des SV Neptun Siegerland besteht aus Babyschwimmen, Anfängerschwimmkurse und Nachwuchsschwimmgruppen der Altersgruppen fünf bis zehn Jahre.“ Für die Praxis der Vereine bedeute dies, „dass der weitaus größte Teil der Kompensationsstunden in Weidenau für Vereine mit Angeboten für Kleinkinder gar nicht genutzt werden kann“.

Ideen für mehr Einnahmen

Statt das Hallenbad zu schließen, könnte es aufgewertet werden, fordert die Schwimmvereinigung. „Seit Jahren sind größere Flächen im Hallenbad, wie die alte Damenumkleide, ungenutzt“. Auch die Sauna ist seit Jahren geschlossen. Eine Idee der Schwimmer: Die leerstehende Damenumkleide sowie die Sauna zum Beispiel an ein Fitness-Studio zu vermieten. „Wir sind davon überzeugt, dass hier nicht unerhebliche Mieteinnahmen zu erzielen wären. Zudem würden die Kunden dieses Studios sicherlich auch gerne das Schwimmbad benutzen.“ In das Foyer könnte eine kleine Cafeteria oder ähnliches einziehen, heißt es in dem Brief weiter. „Mit solchen und anderen Maßnahmen könnte die Auslastung des Bades verbessert und die Kosten für die Stadt verringert werden.“ In Eiserfeld funktioniere das seit Jahren. Dort seien eine private Sauna und eine private Krankengymnastikpraxis untergebracht.

Letzter Punkt auf der Schwimmer-Liste ist eine Frage: Was geschieht, wenn das Hallenbad Löhrtor endgültig geschlossen würde und eines der beiden verbliebenen Bäder etwa aus Sicherheitsgründen dicht gemacht werden müsste?