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DGB und BDA

„Neonazi-Sumpf endlich austrocknen“

22.02.2012 | 17:18 Uhr
„Neonazi-Sumpf  endlich austrocknen“
Zivilcourage-Eine Aktion der Siegener Rundschau.

Siegen.Es soll ein deutliches Zeichen werden, an die Angehörigen der Opfer der Mordserie des rechtsradikalen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), für Zusammenhalt und Solidarität in unserer Gesellschaft und gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt:

Für heute Mittag, 12 Uhr, haben der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) zu einer gemeinsamen Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt aufgerufen.

Arbeit ruhen lassen

Südwestfalens DGB-Vorsitzender Willi Brase sagt: „Es ist wichtig, dass Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände gemeinsam für ein wachsames Auge gegen Rechts eintreten.“ Die beiden Dachorganisationen haben zur Schweigeminute aufgerufen. Die Umsetzung liegt aber bei Gewerkschaftsmitgliedern und Betriebsräten in den Unternehmen.

So haben im Werk des Zugteile-Herstellers Bombardier die Unternehmensleitung und der Betriebsrat die 750 Mitarbeiter aufgefordert, um 12 Uhr alle Arbeiten ruhen zu lassen und innezuhalten. „An dem Ort, an dem man sich gerade befindet“, erklärt der Betriebsratsvorsitzende Ulrich Krombach. „Wir wollen ein Bewusstsein schaffen, der Terroropfer gedenken und es nicht zulassen, dass der Gedanke des multikulturellen Zusammenlebens geschädigt wird.“

Das geschlossene Gedenken sei „ausgesprochen wichtig“, erklärt Hartwig Durt, erster Bevollmächtigter der IG Metall in Siegen. So bliebe seit Bekanntwerden der Zwickauer Terrorzelle nur, „diesen Neonazi-Sumpf endlich auszutrocknen. Dazu muss man zwei Sachen tun: die NPD und alle Nachfolge-Organisationen verbieten und den Verfassungsschutz neu organisieren“, fordert Durt. Man wisse gar nicht mehr, wer wen unterwandert hat: „die NPD den Verfassungsschutz oder der Verfassungsschutz die NPD.“ Durt selbst wird mittags zu Tarifverhandlungen in Sprockhövel sein, der Opfer aber dort gedenken – gemeinsam mit den Arbeitgebervertretern.

Jürgen Weiskirch, Geschäftsführer von Verdi Siegen-Olpe, lobt diesen „Lückenschluss“. Auch Verdi hat den Aufruf an seine Betriebe weitergeleitet.

Florian Bickmeyer

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