Mutter der toten Babys wird wegen Totschlags angeklagt

Der Prozess gegen die Frau aus Siegen, die ihre Neugeborenen getötet haben soll, beginnt in Kürze.
Der Prozess gegen die Frau aus Siegen, die ihre Neugeborenen getötet haben soll, beginnt in Kürze.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Prozess gegen die Frau (32) aus Siegen, die ihre zwei Babys getötet haben soll, beginnt wahrscheinlich Mitte März. Die Anklage lautet auf zweifachen Totschlag.

Siegen..  Der Prozess gegen die Frau (32) aus Siegen, die ihre zwei Babys getötet haben soll, beginnt wahrscheinlich Mitte März. „Die Eröffnung der Hauptverhandlung könnte am 17. März sein. Der Termin steht aber noch unter Vorbehalt“, sagte Gerichtssprecher Dirk Kienitz dieser Zeitung. Den Verfahrensbeteiligten sind Sachverständigengutachten zugegangen. Fristen zu Stellungnahmen in diesem Zusammenhang seien noch einzuhalten. Die Anklage lautet auf zweifachen Totschlag.

Die Frau hatte die Leichen ihrer Neugeborenen in Kühltruhen versteckt. Eines der Kinder wurde im August im Keller ihres Elternhauses im Siegener Stadtteil Niedersetzen von der Großmutter der Frau gefunden. Das andere Kind entdeckten Polizisten wenig später in Bonn bei der Durchsuchung ihrer Wohnung.

Die Anklageschrift liegt dem Gericht vor. Eines der Kinder starb demnach durch aktives Tun der Frau, das andere, weil sie sich nicht weiter um das Neugeborene kümmerte. Die Staatsanwaltschaft Siegen geht demnach davon aus, dass die Frau am 3. September 2013 ihr erstes Baby erstickt oder erwürgt hat. Zum Tatzeitpunkt war sie 31 Jahre alt. Das zweite Kind soll am 7. August 2014 gestorben sein, weil es während des Geburtsvorgangs in die Toilettenschüssel fiel, dort mit dem Kopf aufschlug und die zu diesem Zeitpunkt 32-Jährige sich nicht weiter um das Kind kümmerte.

Die Frau hatte in der polizeilichen Vernehmung eingeräumt, die Jungen jeweils in eine Plastiktüte gepackt und in Gefriertruhen gelegt zu haben. Sie sitzt seit August in Untersuchungshaft. Gutachter halten sie für schuldfähig. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu 15 Jahre Haft.

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