Muslime verurteilen Terroranschlag

Siegen-Wittgenstein..  Die Betzdorfer Ahmadiyya Muslim Gemeinde, die auch im Siegerland aktiv ist, verurteilt die Terroranschläge auf die Redaktion des Satire-Magazins Charlie Hebdo in Paris. Muslime in Deutschland und ganz Europa seien geschockt über „das abscheuliche Blutbad“ in Frankreich. „Diese unentschuldbare Barbarei sprengt jede Grenze religiöser Prinzipien und steht im klaren Widerspruch zu allen Glaubensinhalten des Islam. Unsere Gedanken und innigsten Gebete sind mit den Hinterbliebenen der Anschlagsopfer“, heißt es in einer Stellungnahme der Gemeinde.

Koran garantiert Meinungsfreiheit

Gemäß den Lehren des Islam stehe es keinem Menschen zu, über andere wegen vermeintlicher Blasphemie oder Prophetenlästerung zu richten. „Der Heilige Koran garantiert Meinungs- und Redefreiheit.“ Muslime, die sich von Karikaturen verletzt fühlten, hätten ausschließlich die Möglichkeit, ihre Reaktion unter Einhaltung der islamischen Lehre zum Ausdruck zu bringen. Dazu zähle keine Gewalt. Der Islam erlaube „unter keinen Umständen eine feindliche Haltung gegenüber Kritikern, geschweige denn eine Gewalttat oder gar ein Blutbad“.

Neue Dimension für Angst vor Islam

Der Angriff ziele einzig auf „die Schwächung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Toleranzfähigkeit unseres Wertesystems“.

„Bedauerlicherweise erreicht nach diesem Anschlag die Angst vor dem Islam eine neue Dimension, die das Potenzial birgt, unter dem Deckmantel von bereits erstarkenden protektionistischen und nationalistischen Tendenzen islam- und fremdenfeindliche Ressentiments in der Mitte der Gesellschaft zu verankern und die Gesellschaft nachhaltig zu spalten. Derartigen Tendenzen kann einzig durch eine Stärkung der Einheit aller demokratisch gesinnten Kräfte über die Konfessionsgrenzen hinweg entgegnet werden.“