Müll illegal in Siegen entsorgt

Zehn Kubikmeter Unrat türmen sich im Wald unweit des Trupbacher Modellflugplatzes. Dafür waren offenbar mehrere Fahrten illegaler Müllentsorger nötig. Elmar Diehl macht sich ein Bild.
Zehn Kubikmeter Unrat türmen sich im Wald unweit des Trupbacher Modellflugplatzes. Dafür waren offenbar mehrere Fahrten illegaler Müllentsorger nötig. Elmar Diehl macht sich ein Bild.
Foto: Jens Plaum
Was wir bereits wissen
Illegal entsorgter Müll treibt Ludwig Becker zwar nicht die sprichwörtliche Zornesröte ins Gesicht. Allerdings:

Trupbach..  Der Trupbacher Waldvorsteher war not amused, als er erfuhr, dass jemand rund zehn Kubikmeter Abfälle, zum großen Teil Äste, zwischen den Bäumen unweit des ehemaligen Truppenübungsplatzes verklappt hatte.

Am Donnerstag wurde der Unrat verladen und von Mitarbeitern der Stadt abtransportiert.

Das ist nicht erlaubt

Auf den ersten Blick mag es wenig dramatisch klingen. Gartenabfälle in den Wald kippen? Das verrottet doch. Ist doch halb so wild, oder? Nein, ist es nicht, sagt Alfred Büdenbender, Landesbetrieb Wald und Holz. „Das regelt das Landesforstgesetz.“ Abfall hat im Wald nichts zu suchen, heißt es dort. Selbst Fichtenzweige, die im eigenen Garten abgeschnitten wurden, müssen ordnungsgemäß entsorgt werden.

„Rechtlich gesehen ist das Abfall“, so der Förster. Nicht zuletzt, fürchtet Ludwig Becker, wäre das Abkippen von Laub und dergleichen erlaubt, könnte das eine Art Müllspirale in Gang setzen – nach dem Motto: Wenn im Wald schon längst verblühte Blumen vor sich hin gammeln, kann ich meinen Bauschutt gleich dazukippen.

Das kostet

Das Entsorgen des Unrathaufens in unmittelbarer Nähe zum Modellflugplatz – unter den Ästen tauchte auch Bauschutt auf – schlägt mit rund 1500 Euro zu Buche. Allein 700 bis 800 Euro für die etwa 100 Meter lange Strecke zur asphaltierten Straße, kalkuliert Alfred Büdenbender. Zuständig dafür ist der Landesbetrieb. Von dort aus ist die Stadt verantwortlich und trägt die andere Hälfte der Kosten, erläutert Elmar Diehl, Leiter der Stadtreinigung.

„Letztendlich“, betont Alfred Büdenbender, „ist der Steuerzahler wieder der Dumme.“ Denn für die Rücksichtslosigkeit einzelner zahlen alle.

Das droht

Auch wenn es schwierig ist, wie die drei am Donnerstag im Wald betonen (siehe Box), Umweltsünder dingfest zu machen – immerhin müssten sie auf frischer Tat ertappt werden, um zweifelsfrei ihre Schuld zu beweisen – drohen drastische Strafen. Der Bußgeldkatalog reicht bis 100 000 Euro, berichtet Alfred Büdenbender.

Sind im verklappten Müll umweltgefährliche Stoffe, zum Beispiel Öl oder Batterieflüssigkeit, kann aus einer Ordnungswidrigkeit eine Straftat werden.

Wer Gartenabfälle loswerden will, wendet sich an die Stadtverwaltung: 0271/404-3282 (grünes Telefon).

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