Mit Volldampf auf den Marktplatz

So könnte der Kulturelle Marktplatz auch aussehen: Der Entwurf von Gunnlaugur Stefan Baldursson („B 3 Architekten“, Siegen) hat einen der beiden 3. Preise bekommen.
So könnte der Kulturelle Marktplatz auch aussehen: Der Entwurf von Gunnlaugur Stefan Baldursson („B 3 Architekten“, Siegen) hat einen der beiden 3. Preise bekommen.
Foto: WP

Hilchenbach..  Nach dem Grundsatzbeschluss des Rates in der vorigen Woche nimmt das Projekt „Kultureller Marktplatz Dahlbruch“ Fahrt auf. „Wer jetzt glaubt, die Arbeit sei getan, irrt sich fundamental“, sagt Paul Breuer, als früherer Landrat einer der „Botschafter“ für das Vorhaben, „jetzt fängt es erst richtig an.“

Zusammen mit Andreas Weber, dem früheren Personalchef der SMS Siemag, hat er die Aufgabe übernommen, Mitfinanziers für den städtischen Eigenanteil zu gewinnen. „Wenn ich den ländlichen Raum attraktiv machen will, muss ich auch den Mut haben, etwas zu investieren“, sagt Weber. Auf die Frage, wann aus Plänen Wirklichkeit wird, ringt sich Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab zu einer Prognose durch: „Wenn alles gelingt, kann man 2017 etwas sehen.“ „Ende 2017“, präzisiert Paul Breuer. Und das steht jetzt auf dem Arbeitsprogramm:

Finanzierung

Nahziel ist der Betrag von 600 000 Euro, den Sponsoren aufbringen sollen — das ist die Hälfte des städtischen Eigenanteils von 1,2 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt, den Bau des zweiten Veranstaltungssaals, des Foyers und der Gastronomie.

Zwei Standbeine hat die Finanzierung: Sponsoren, die größere Teilbeträge übernehmen, und ein als Förderverein verstandener Bürgerverein, der Spenden und Mitgliedsbeiträge einsammelt und symbolische Bausteine verkauft. „Jedes Konto, jede Brieftasche kann einen Beitrag leisten“, betont Paul Breuer, der dafür „alle wesentlichen Kräfte in Hilchenbach“ gewinnen will. Nach der Sommerpause soll der Verein gründungsreif sein: Im Rathaus wird die Satzung erarbeitet, die Botschafter suchen das Personal für den Vorstand. Die Stadt bereitet den Antrag vor, mit dem ab 2016 die beim Land reservierten 3,1 Millionen Euro Städtebauförderungsmittel abgerufen werden.

Planung

Der Architektonische Wettbewerb wird derweil zu einem Ende gebracht: Das Büro Wolters Partner (Bocholt), das bereits den Wettbewerb abgewickelt hat, führt die Nachverhandlungen mit den Wetttbewerbssiegern. Einer von ihnen wird mit der Machbarkeitsstudie beauftragt, für die die Rat soeben 60 000 Euro freigegeben hat. Mögliche Kandidaten sind der Kölner Architekt Reinhard Angelis sowie die beiden Siegener Büros „B 3 Architekten“ und Held & Partner. Sie werden die Planung so weit aufarbeiten, dass ein Bauantrag gestellt werden kann, und eine Kostenplanung vorlegen.

Marketing

Der Komplex am Bernhard-Weiss-Platz werde jährlich von 200 000 Menschen aufgesucht, sagt Paul Breuer: „Das größte Gemeinschaftsprojekt, das es in Hilchenbach gibt.“ Das sei in den Debatten der letzten Jahre „zum Teil nicht richtig verstanden worden“. Breuer schlägt vor, neben dem Arbeitstitel aus der Regionale-Bewerbung („Kultureller Marktplatz Dahlbruch“) einen weiteren Titel zu finden, in dem die Begriffe Kultur (für Theater und Kino), Sport (für Turnhalle und Hallenbad) und Freizeit (für Vereinsräume, Jugendtreff und Café International) vorkommen, außerdem der Name der Stadt Hilchenbach – weil es eben nicht allein um Dahlbruch geht. „Es ist entscheidend, die Bürger dafür zu gewinnen. Denn auch die nächste Generation braucht infrastrukturell eine Chance.“