Mit dem Flugboot übers Siegerland

Breitscheid/Burbach..  Die Luftsportgruppe Breitscheid-Haiger kündigt für ihre internationale Air-Show im Sommer einen außergewöhnlichen Höhepunkt an: einen Rundflug mit der PBY-5A „Catalina“ – einem zweimotorigen Seeaufklärungsflugzeug, das zwischen 1935 bis 1945 gebaut und während des Zweiten Weltkriegs von der U.S. Navy, der Royal Navy und den Sowjetischen Seefliegerkräften eingesetzt wurde. Die Air-Show findet zwar am Flughafen Breitscheid im Westerwald statt. Die Rundflüge starten und landen aber bei Burbach.

Flügelspannweite von 32 Metern

Dem Siegerlandflughafen kommt eine Art Schlüsselstellung bei dem großen Airportfestival zu. Denn die historische Maschine ist zusätzlich mit einem ausklappbaren Fahrwerk ausgestattet, das ihr eine Landung auf landgestützten Pisten wie der auf der Lipper Höhe ermöglicht.

Mit der PBY-5A „Catalina“ kann die Luftsportgruppe Breitscheid-Haiger ein erstes Highlight für ihre am 29. und 30. August geplante Air-Show ankündigen. Die betagte Maschine wird auf dem Siegerlandflughafen starten und landen, zwischendurch das Flugtagpublikum im benachbarten Breitscheid verzücken und vor allem Passagiere über den Westerwald und den Hickengrund fliegen.

Das imposante, fast 20 Meter lange Amphibienflugzeug, das voll beladen 16 Tonnen auf die Waage bringt und über eine Flügelspannweite von stattlichen 31,70 Metern verfügt, ist weltweit das älteste noch flugfähige Exemplar seiner Art, wie die Veranstalter betonen. Und das, obwohl zwischen 1935 bis 1945 insgesamt 3272 Stück von Consolidated Aircraft in den USA gebaut wurden. 15 Fluggäste finden im Bauch der „PBY“ (= „Patrol Bomber“) Platz. Zwei „Blisters“ (seitliche Glaskuppeln) im hinteren Rumpfteil ermöglichen einen Panoramaausblick auf die Umgebung.

Flugboote dieses Typs, die es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 315 Stundenkilometer bringen, wurden während des Zweiten Weltkriegs zur U-Boot-Jagd, zur Sicherung von Geleitzügen und wegen ihrer großen Reichweite von mehr als 4000 Kilometern auch zur Fernaufklärung eingesetzt. Sie konnten fast 24 Stunden in der Luft bleiben. Auch als Löschflugzeuge leisteten sie gute Dienste.

Einsatz als „Rosinenbomber“

Während der Berlin-Blockade waren einige Exemplare unter britischer Flagge als „Rosinenbomber“ im Einsatz und wasserten auf der Havel. Aber auch der berühmte Unterwasser-Forscher Jacques-Yves Cousteau benutzte eine „Catalina“, um die Ausgangspunkte seiner Tauchexpeditionen zu erreichen.