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Mineralwasser sprudelt für den guten Zweck

10.10.2012 | 11:24 Uhr
Mineralwasser sprudelt für den guten Zweck
Screenshot 57wasser.com

Siegen. Nun ist es nicht so, als würde es im Siegerland kein Wasser geben, es gibt jede Menge davon. In Talsperren und manchmal fällt es auch vom Himmel. Dennoch haben die Siegerländer Björn Bach und Dirk Krumpholz eben mit diesem schlichten Element eine Welle losgetreten. Im Dezember bringen die Freunde das Mineralwasser 57wasser auf den Markt. Das Besondere daran: 57 Prozent des Bruttogewinns werden an soziale und humanitäre Projekte gespendet. Wer das Geld bekommt, entscheiden die Fans im Internet.

Die ersten Verträge mit Bio- und Supermärkten in Siegen und Olpe handeln Dirk Krumpholz und Björn Bach gerade aus, und auch Gaststätten und Firmen kündigten schon an, dass sie das Wasser gern verkaufen möchten. Pro Charge sind derzeit im Monat bis 30 000 Flaschen geplant, abgefüllt von einer Quelle in Haan bei Düsseldorf. „Siegerländer Quellen sind für uns natürlich auch attraktiv, da war es aber noch schwierig wegen der eher kleinen Menge“, so Bach. Die Anfangsmenge liegt dort meist bei 250 000 Flaschen pro Abfüllung.

„Unser Ziel ist es, das Wasser zu einem gängigen Preis anzubieten, damit dem Kunden die Entscheidung für 57wasser und damit für die gute Sache leicht fällt“, erklärt Björn Bach. Pro Kiste mit zwölf Ein-Liter-Flaschen ist derzeit ein Ladenpreis von rund fünf Euro geplant. Die beiden Jungunternehmer setzen dabei auf den Pfadfinder-Effekt: Gutes tun, ohne sein eigenes Leben komplett umzustricken. Nebenbei beim Einkauf. Und täglich, denn ohne Wasser kann keiner überleben, hier genauso wenig wie in Afrika.

„Uns ist schon lange klar, dass es keine Dinge sind, die uns glücklich machen“, erzählt Dirk Krumpholz, weise Worte für einen 29-Jährigen. Mit 17 Jahren hat er sich als Programmierer selbstständig gemacht, heute ist er Unternehmer in der IT-Branche, beschäftigt Menschen in ganz Deutschland. Auch Björn Bach arbeitet selbstständig in der Gastronomie. Geld war und ist für beide kein Thema. „Aber irgendwann merkst du, dass es nicht das neue iPhone ist oder das teure Auto“, sagt Krumpholz. Zu der Mineralwasser-Idee sei es dann nicht mehr weit gewesen.

Die Fans auf Facebook, da liefert der Internet-Konzern aufschlussreiche Daten, sind zwischen 20 und 49 Jahren alt, darunter ebenso viele Männer wie Frauen. „Das entspricht auch der Zielgruppe, die wir mit unserem Wasser erreichen möchten“, so Krumpholz. Absolute Transparenz ist beiden wichtig. Mit einem Klick entscheiden die Fans, wohin das Geld fließt. Aber auch über das Etikett und den Kohlensäuregehalt stimmte die Internetgemeinde schon ab. 57wasser wird Medium.

Kein Wasserkopf

„Wir unterstützen soziale Projekte ohne Wasserkopf, bei denen wir wissen, wohin das Geld fließt“, erklärt Dirk Krumpholz. Die Wasser-Wortspiele setzt er bewusst ein. Manche dieser Sätze hat er schon oft gesagt. Erst sprachen sie mit Freunden und Familie, mit Sympathisanten und nun natürlich mit den zukünftigen Händlern. Mit so einer Welle haben beide nicht gerechnet, das geben sie offen zu. Schließlich kommt das Wasser erst im Dezember auf den Markt, die Idee entwickelt sich seit eineinhalb Jahren. „Es ist ein bisschen wie bei einem werdenden Kind. Alle sehen, dass der Bauch wächst und wissen, dass irgendwann etwas Schönes passiert“, sagt Björn Bach.

Kritische Stimmen gibt es auch, die gibt es immer. Sie sind von denjenigen, die auch argumentieren: „Wenn Du Vegetarier bist, warum trägst du dann Ledergürtel?“ Kritisch werden zum Beispiel die PET-Flaschen gesehen. „Uns ist die Idee wichtig. Wir möchten etwas Gutes tun, aber es muss auch umsetzbar sein. Wir werden das Wasser ja auch nicht mit dem Fahrrad ausfahren“, sagt Dirk Krumpholz gelassen. Zunächst werden mit den übrigen 43 Prozent des Gewinns Rücklagen gebildet für Marketingaktionen oder Angestellte. Beide sind sich einig: „Die Idee muss sich irgendwann selbst tragen.“ Doch bis dahin gehen beide mit viel Idealismus ans Werk und möchten die 57, die Postleitzahl von Siegen, weiter bekannt machen.

Weitere Informationen:

- Neue Fans und Händler werden auf der Internetseite www.57wasser.com fündig.

- Im Netz werden auch die Projekte vorgestellt, die gefördert werden können. Zum Beispiel das Afrika-Projekt Utho Ngathi oder der Verein Handycap Siegerland, der Hilfsbedürftigen Wünsche erfüllt. Jeder kann weitere Projekte vorschlagen.

- Abstimmenkann jeder mit einem Facebook-Account unter www.facebook.de/57wasser oder einfach auf der angegebenen Internetseite.

Von Ilka Wiese


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