Michael Schumann zeigt Malerei für Betrachter und Hörer

Rita Schönecker führte in die Ausstellung von Michael Schumann ein.
Rita Schönecker führte in die Ausstellung von Michael Schumann ein.
Foto: Knut Lohmann

Siegen..  Ein poetisches Motto, das Michael Schumann für die Ausstellung seiner Arbeiten aus den Jahren 2011/12 im Salon Anne Brinkmann (Juliusstraße 16) gewählt hat: „Polyphonie. Kunst-Töne für gemischten Chor“. Einige Bilder haben dann auch entsprechende Titel: „Polyphonie“ oder „Monophonie“ (mit entsprechender Nummerierung, weil mehrfach verwendet).

Die übrigen Titel repräsentieren dann offenbar den gemischten Chor. Da werden uns Impressionen geboten, in denen Schumanns Bildertitel uns veranlassen, in ihnen den Frühling oder Landschaften oder Wüstenorte zu suchen: mal heller freundlich eingefärbt, mal düster, aber immer großflächig angelegt, wobei die Abstimmung der Farbwerte die Aufmerksamkeit des Betrachters ebenso wecken dürfte wie die architektonische Verteilung der wolkigen Konturen über das Bildganze.

Ab und an lässt Schumann sich auch vom Witz reiten (oder besser: leiten), wenn er ein relativ realitätsnahes Acrylgemälde „Strumpfband mit Bein“ nennt oder einem undefinierbaren, mit Eitempera aufgetragenem grauen Block den umständlichen und schon deshalb ironischen Titel gibt: „Besser Gerümpel auf dem Bild als Gerümpel nachts im Kopf“. Entsprechendes gilt für das Bild „Vor diesem Stuhl kann nur gewarnt werden“.

Die Musikbilder: Beispiele einer Idee, die vom Betrachter synästhetisches Vermögen verlangt: hinter etwas Gesehenem noch etwas zu hören oder grafische Bewegungen in musikalische Linien umzusetzen. Kein ganz neuer Einfall: grafische Partituren gibt es lange schon. Und der Nicht-Musiker kann diese wie Schumanns Versuche als eine bestimmte Form von dekorativer Kunst wahrnehmen.

In ihrer Einführung ging Schumanns Studienkollegin Rita Schönecker auch auf den Ausstellungsort ein: „Aber beim Friseur ausstellen? Geht das? … Durch einen sehr minimalistischen und sauberen Märchenwald führt der Weg in die Räume … fast schon wie durch eine magische Schleuse.“ Und über den Künstler sagte sie: „Seine Kontrolle über das Bild ist immer genau so beherrscht, dass der Zufall seinen Platz findet und der Eigenwille des Bildaufbaus lebendig bleibt.“