Mehrheit für zentrale Grundschule in Neunkirchen

Zunächst ohne Erfolg demonstrieren Eltern und Kinder vor dem Neunkirchener Rathaus für den Erhalt der drei Grundschulen.
Zunächst ohne Erfolg demonstrieren Eltern und Kinder vor dem Neunkirchener Rathaus für den Erhalt der drei Grundschulen.
Foto: WP
Trotz aller Proteste: Der Schulausschuss entschied sich für die Schließung der bisherigen Grundschulen und die Errichtung einer neuen, großen auf dem Rassberg. Der Rat hat aber noch das letzte Wort.

Neunkirchen..  Während vor dem Rathaus Eltern und Kinder demonstrierten, diskutierte der Schulausschuss der Gemeinde Neunkirchen über die Schließung der Grundschulen in Salchendorf, Neunkirchen und Struthütten und die Errichtung einer großen, zentralen auf dem Rassberg. Der Antrag von CDU, FDP und UWG fand eine knappe Mehrheit von 7 zu 6 Stimmen. SPD und Grüne sind dagegen.

Die Betroffenen

„Damit man die Freiheit hat, zu wählen, die Klassen nicht zu groß sind und die Kinder zu Fuß zur Schule gehen können, sollten unsere Grundschulen bleiben!“, bringt Maria Zeier aus Salchendorf, die für den Erhalt aller Schulen demonstriert, die Argumente der Gegenseite auf den Punkt. Etwa 2000 Neunkirchener unterstützen mittlerweile eine Online-Petition, die für die Erhaltung der Standorte in den Ortsteilen spricht.

Im Ausschuss sprach Michael Utsch, Schulleiter in Salchendorf, für die betroffenen Grundschulen. „Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass bewährte Schulen zur Disposition gestellt werden, ohne dass vorher miteinander geredet wird“, sagte er enttäuscht. Er sehe rechtlich keine Notwendigkeit für den Antrag, da die Schülerzahlen zumindest für zwei Klassen ausreichen würden. „Ich habe Zweifel, ob sich alle Personen über die Bedeutung der Entscheidung im Klaren sind“, fügte er hinzu.

Die Verwaltung

Die Siegener Schulrätin Ute Roth stand auf seiner Seite: „Wir haben zunächst einmal Struthütten im Blick, bei den anderen Schulen besteht aber aus unserer Sicht kein akuter Handlungsbedarf“. Aus schulfachlicher Sicht sei eine sorgfältige und langfristige Planung notwendig.

Aufgrund der stabilen Schülerzahlen und der Bedeutung der Schulen in den einzelnen Ortsteilen sieht auch Bürgermeister Bernhard Baumann keine Veranlassung, die Schulen zusammenzulegen. Im Rat werde er daher dagegen stimmen.

Die Politik

Oliver Thiele (FDP), der für die Antragsteller sprach, sieht in einer Zusammenlegung hauptsächlich Vorteile: „Die bisherigen pädagogischen Konzepte können zur Qualität der neuen Grundschule beitragen“. Man brauche Sicherheit in Sachen Schulanmeldung, müsse neue Qualitätsstandards und Stabilität in der Schullandschaft schaffen. „Jetzt sind wir in der Lage, ohne Not zu agieren, 2016 macht es der Gesetzgeber“, so Thiele. Gegen den Erhalt der Schulen spreche, dass die Plätze für Ganztagsbetreuung bald nicht mehr ausreichen würden. Außerdem kämen die Kinder innerhalb von maximal zehn Minuten zur neuen Schule.

„Die Größe der angedachten Schule ist aus pädagogischen Gesichtspunkten nicht für so junge Kinder geeignet, 1600 Schüler auf dem Bildungshügel, das sind einfach zu viele“, entgegnete Anne Lück (SPD). Die Kleinen bräuchten „Nähe und Geborgenheit in der Institution Schule“. Man solle den Fokus zunächst auf die Entwicklung der neuen Sekundarschule legen. „Es ist mehr als ärgerlich, dass dieser Antrag uns die Möglichkeit nimmt, konstruktiv zu planen“, pflichtete Manuela Böhm (Grüne) ihr bei. Beide Fraktionen hätten einen Arbeitskreis, in dem ergebnisoffen ein neues Grundschulkonzept entwickelt wird, bevorzugt. Endgültig entscheidet jedoch der Rat in einer der kommenden Sitzungen.

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