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Mehr Züge zwischen Siegen und Kreuztal

10.12.2009 | 19:30 Uhr

Siegen-Wittgenstein. Während Siegen seine Wiederanbindung an den Bahn-Fernverkehr feiert und am Sonntag den Eurocity 113 mit großem Bahnhof von Gleis 3 in Richtung Klagenfurt verabschiedet, arbeiten die Nahverkehrsplaner im Hintergrund schon an einem neuen Umbau der Regionalbahnlinien.

In seiner Verbandsversammlung am Donnerstag, 17. Dezember, in Olpe wird der Zweckverband Personennahverkehr Westfalen–Süd (ZWS) sich nicht öffentlich mit der Ausschreibung des Nahverkehrs im Netz Eifel-Westerwald-Sieg befassen: ein Streckennetz, das sich vor allem über das Nachbarland Rheinland-Pfalz erstreckt und dort in der ganzen Ausdehnung von Niederschelden bis an die luxemburgische Grenze. Auswirkungen hat der „Rheinland-Pfalz-Takt 2015” aber auch auf das ZWS-Gebiet bis nach Wittgenstein hinein.

Finanzierung ist

nicht gesichert

So ist vorgesehen, die Rothaarbahn mit der Sieg-Dill-Bahn zu verbinden: Dadurch entsteht eine Regionalbahnlinie von Betzdorf über Siegen nach Bad Berleburg. Außerdem soll die Oberwesterwaldbahn von Limburg und Altenkirchen künftig nicht in Au enden, sondern ebenfalls über die Siegstrecke weiterfahren. Ziel ist Kreuztal – sollte das realisiert werden, würde zwischen Betzdorf und Kreuztal ein Halbstundentakt entstehen. Da auf der Strecke ab Siegen auch die Ruhr-Sieg-Züge von Abellio fahren, ergäbe sich im günstigsten Fall sogar ein Viertelstundentakt.

Solche S-Bahn-Qualität ist derzeit allerdings nur Vision: Die Finanzierung ist alles andere als gesichert. Schon in seiner Juni-Sitzung Abstand genommen hat der Zweckverband Rheinland-Pfalz-Nord von dem Vorhaben, die neue Regionalbahnlinie Limburg-Kreuztal sogar bis Hilchenbach fahren zu lassen.

Im Dreiländereck-Bereich des ZWS ist die Hellertalbahn von der Neukonzeption betroffen. Sie pendelt künftig nicht mehr zwischen Betzdorf und Dillenburg. sondern fährt von Dillenburg weiter nach Siegen. Fahrgästen ins und aus dem Hellertal, die nicht über Betzdorf fahren wollen, bekommen damit eine umsteigefreie Alternative.

Eurocity verdrängt

späten Regionalexpress

Wirksam werden sollen diese Änderungen 2015. Längst unter Vertrag ist die Umstellung für den nächsten Fahrplanwechsel 2010, von dem an es keinen durchgehenden Regionalexpress Gießen-Aachen mehr geben wird. Weil Rhein-Main-Verkehrsverbund und Verkehrsverbund Rhein-Sieg sich nicht auf eine gemeinsame Ausschreibung einigen konnten, fährt dann die DB Regio Rheinland von Siegen nach Aachen und die Hessische Landesbahn von Siegen nach Gießen und Frankfurt.

Auch der neue Eurocity ist nicht für alle Fahrgäste ein Grund zu feiern. Berufspendler haben herausgefunden, dass zugunsten des Zuges aus Klagenfurt der Regionalexpress gestrichen wurde, der kurz nach 21 Uhr von Gießen nach Siegen fährt. Wer nicht eine Stunde warten mag, muss den teureren Fernverkehrszug nutzen. Forderungen, den EC für seine letzten Kilometer zumindest für Besitzer von Zeitkarten freizugeben, dürften nicht auf sich warten lassen.

Steffen Schwab

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