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Medienforscher wollen Veranstaltungen sicherer machen

25.05.2012 | 19:00 Uhr
Medienforscher wollen Veranstaltungen sicherer machen
Ein Auslöser für das Projekt der Medienforscher: Loveparade-Unglück in Duisburg 2010. Foto: Erik Wiffers/ddp/dapd

Siegen.   Die Medienforscher der Uni Siegen sind an einem Projekt beteiligt, das „Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen“ schaffen soll. BaSiGo, so die Abkürzung, soll praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Forschungen miteinander kombinieren. Auf diese Weise hoffen die Verantwortlichen, die Sicherheit bei Musikkonzerten oder großen Volksfesten erhöhen zu können.

Das mit 5,5 Millionen Euro vom Bund geförderte Projekt wurde unter dem Eindruck der Love-Parade-Katastrophe 2010 ins Leben gerufen. Neben dem Siegener Institut für Medienforschung sind das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und die Berufsfeuerwehren aus Berlin und München beteiligt. Zudem arbeiten die Hochschule der Polizei, das Forschungszentrum Jülich, die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes und verschiedene Software-Unternehmen mit. Die Bergische Uni Wuppertal ist der Koordinator.

Professor Gebhard Rusch und seine Kollegen auf dem Haardter Berg nehmen in den kommenden drei Jahren Großveranstaltungen in den Blick: „Wir kümmern uns um die Zuschauer“, sagte der Wissenschaftler. Die Forscher wollen untersuchen, inwieweit sich Besucher schon vor Betreten eines Festival-Geländes mit dem Sicherheit beschäftigen können. „Das kann schon beim Ticketkauf starten“, erläuterte er. Bereits dann könnte es Informationen zu Fluchtwegen geben. Internet-Plattformen oder Smartphone-Apps könnten weiteres Wissenswertes bereit halten.

Konzepte auf dem Prüfstand

Vor den tatsächlichen Anwendungen steht jedoch Forschungsarbeit. Die Siegener müssen Daten sammeln. Unter anderem beim Münchener Oktoberfest und der Silvesterfeier am Brandenburger Tor. Sie beobachten zum Beispiel Besucherströme: „Wir wollen Ansatzpunkte nennen, um optimieren zu können“, so Gebhard Rusch. Und zwar das „Management und die Teilnehmerführung“, wie er sagt.

Zudem soll das Projekt „ein Stück weit mehr Quantifizierbarkeit bei der Bewertung von Sicherheitskonzepten schaffen“, ergänzte Ruschs Wuppertaler Kollege, Professor Frank Fiedrich.

Letztendlich fließen Forschungsergebnisse der Wissenschaftler und so genannte Best-Practice-Erfahrungen der Praktiker in die Bausteine ein. Die wiederum sind nach den Vorstellungen der Verantwortlichen von einer Veranstaltung auf die andere übertragbar – und sorgen für besseres Planen und größere Sicherheit. Kultur Pur steht zwar nicht auf der Agenda der Medienforscher, trotzdem gab Gebhard Rusch Entwarnung: „Da gibt es ein gutes Sicherheitskonzept.“

Jens Plaum



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